Pharmazeutische Zeitung online
AOK und DAV

Importquote muss weg

01.06.2016  09:28 Uhr

Von Daniel Rücker / Oftmals sind sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die AOK Baden-Württemberg einig. In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordern DAV und AOK die ersatzlose Streichung der Importquote.

Bislang sind Apotheker dazu verpflichtet, mindestens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Fertigarzneimitteln bei gesetzlich Versicherten über Importarzneimittel zu erzielen. DAV-Chef Fritz Becker und Christopher Hermann, AOK-Vorstandsvorsitzender in Baden-Württemberg, halten diese Regelung für nicht mehr zeitgemäß. Die Importquote bedeute für Apotheker einen erheblichen bürokratischen Aufwand, sie gefährde die Arzneimittelsicherheit und provoziere in anderen Staaten Lieferengpässe. Außerdem erziele sie nur einen Bruchteil der Einsparungen im Vergleich zu Rabattverträgen. Diese hätten den Kassen 2015 3,6 Milliarden Euro eingebracht – dreißigmal mehr als die Importquote. Zudem schränke die Quote den Spielraum der Apotheker ein, sich bei der Abgabe gegen einen Import zu entscheiden. Auch Gernerika seien oft preiswerter als Originale.

 

Auch Hermann hält die Importquote für überholt. Wie Becker fehlt ihm der Spielraum. Hermann: »Der Gesetzgeber sollte die Reimportquote durch sinnvollere Maßnahmen ersetzen und Krankenkassen wie Apothekerverbände die Möglichkeit eröffnen, selbst zu handeln.« Die Reimportquote sei wettbewerbswidriger Dirigismus und »reine Planwirtschaft«. /

Mehr von Avoxa