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Gesundheitsstudie

Deutsche fühlen sich gesund

27.05.2013  17:09 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Deutschen treiben mehr Sport, ältere Menschen fühlen sich gesünder, dafür erkranken immer mehr Menschen an Diabetes. Das sind einige wichtige Ergebnisse der vom Robert-Koch-Institut durchgeführten »Studie zur Gesundheit Erwachsener« (DEGS1).

Die Ergebnisse zeigen einige positive Signale sowie auch Warnzeichen, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin in einer Pressemitteilung. Die Datenerhebung für die »Studie zur Gesundheit Erwachsener«, eine der größten Untersuchungen dieser Art in Deutschland, fand von November 2008 bis Dezember 2011 statt. Insgesamt 7238 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren wurden von Wissenschaftlern und Medizinern an einem der 180 Studienorte zu verschiedenen Gesundheitsthemen befragt und umfassend körperlich untersucht. Zudem wurden Blutproben genommen und analysiert.

Die Ergebnisse stellte das RKI nun in Berlin vor. Veröffentlicht sind sie in einem Doppelheft des Bundesgesundheitsblatts (Mai/Juni 2013) in 34 Beiträgen. Die DEGS1-Daten zeigen positive, aber auch negative Trends auf, so das RKI. Ein positiver Aspekt: Die Mehrzahl der Deutschen fühlt sich gesund. Die eigene Einschätzung der Gesundheit hat sich insbesondere in den höheren Altersgruppen verbessert. Als Vergleich dienten Daten aus dem Bundes-Gesundheitssurvey von 1998 (BGS98), die erste repräsentative gesamtdeutsche Untersuchung zum Gesundheitszustand der Erwachsenen. Tests zur Funktionsfähigkeit im Alter zeigen: Einschränkungen im Alltag betreffen nur eine Minderheit der Senioren. Durchweg zeigt sich indes ein Trend zu mehr sportlicher Aktivität. Ein Viertel der Erwachsenen treibt regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche Sport.

 

Einige Studienergebnisse sind aber negativ zu bewerten, so zum Beispiel die Zunahme der Stoffwechselerkrankungen. Aktuell leiden 7,2 Prozent der Menschen (7,4 Prozent der Frauen; ­ 7,0 Prozent der Männer) in Deutschland an Diabetes. Die Zahl der Diabetiker ist seit dem BGS98 um 38 Prozent gestiegen. Davon ist etwa ein Drittel auf die demografische Alterung zurückzuführen. Bei 17,9 Prozent der Männer und 20,3 Prozent der Frauen sind die Gesamtcholesterolwerte stark erhöht.

 

Die DEGS1-Daten zeigen auch, dass Bluthochdruck nach wie vor ein weitverbreiteter Risikofaktor in der Bevölkerung ist. Der mittlere Blutdruck betrug systolisch bei Frauen 120,8 mmHg, bei Männern 127,4 mmHg, diastolisch bei Frauen 71,2 mmHg, bei Männern 75,3 mmHg. Eine Hypertonie (definiert als hypertoner Messwert oder Einnahme von Antihypertensiva bei bekannter Hypertonie) lag bei 29,9 Prozent der Frauen und 33,3 Prozent der Männer vor. In der höchsten untersuchten Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen hatten fast 75 Prozent eine Hypertonie. /

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