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Apotheker helfen

15 Jahre humanitäre Hilfe

21.05.2014
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Von Brigitte M. Gensthaler / Hilfe für Hochwassergeschädigte an der Elbe oder in Burkina Faso, Basismedikamente für Bedürftige in Haiti oder Burundi, Wasserentkeimungstabletten für Flutopfer in Pakistan oder auf den Philippinen: Seit 15 Jahren arbeitet Apotheker helfen für Menschen in Not und leistet weltweit pharmazeutische Hilfe.

Ausgangspunkt war der Bayerische Apothekertag 1999 in Bamberg: Aus einer spontanen Hilfsaktion des damaligen Vorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbands, Gerhard Reichert, und des ehemaligen bayerischen Kammerpräsidenten, Johannes M. Metzger, für die Opfer des Bosnienkrieges entstand das Hilfswerk der bayerischen Apotheker. Das humanitäre Engagement begann in Rumänien und Togo. Von Anfang an arbeitete die Organisation mit Sitz in München mit lokal erfahrenen Projektpartnern zusammen und brachte ihre pharmazeutische Kernkompetenz ein.

Einsatz auf vier Kontinenten

 

Nach dem Tsunami 2004 wurden die Hilfsprojekte im asiatischen, afrikanischen, mittel- und südamerikanischen Raum erheblich ausgeweitet. Ägypten, Albanien, Haiti, Nepal, Paraguay, Peru, Rumänien, Sierra Leone, Sri Lanka, Syrien und Tansania: Auf vier Kontinenten war und ist die Organisation aktiv. Seit 2008 firmiert sie unter dem Namen Apotheker helfen.

»Unsere Stärke liegt in der schnellen und sicheren Bereitstellung von Arzneimitteln, medizinischen Hilfsgütern und pharmazeutischer Kompetenz im Krisenfall«, sagte der erste Vorsitzende, Apotheker Thomas Benkert. Dabei orientiere sich der Verein immer an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation. »Zudem engagieren wir uns auch langfristig. Dabei können wir auf ein Netzwerk von international anerkannten und erfahrenen Partnern zurückgreifen, das unser langjähriger Geschäftsführer Gerhard Gensthaler aufgebaut hat.« In den 15 Jahren seines Bestehens führte Apotheker helfen Projekte in 54 Ländern durch und setzte dabei 2,2 Millionen Euro Hilfsgelder für die Bedürftigen ein.

Zu den Großprojekten, die die Gesundheitsversorgung und Lebensverhältnisse bedürftiger Menschen nachhaltig verbessern, gehörten unter anderem die Einrichtung einer Apotheke in einem Behindertenzentrum in Pastraveni/Rumänien, der Bau und die Einrichtung einer Gesundheitsstation in Diguengué/Togo, der Bau von Waisenhäusern für Tsunami-Opfer in Banda Aceh/Indonesien sowie der Ausbau und die Förderung einer Mutter-Kind-Station in Toubab Diallaw/Senegal.

Beim diesjährigen Bayerischen Apothekertag in Nürnberg stellte Apothekerin Nina Ehrle, seit einem Jahr Geschäftsführerin bei Apotheker helfen, drei aktuelle Projekte vor. Gemeinsam mit Besco – Hilfe für Bangladesch versorgt das Hilfswerk Bedürftige in Madhpur im Westen Bangladeschs medizinisch und pharmazeutisch. Langfristig sind neben finanzieller und logistischer Hilfe bei der Medikamentenbeschaffung auch die Aus- und Fortbildung des Personals geplant.

 

Dies gilt auch für ein neues Projekt im Norden Tansanias gemeinsam mit Thomas Brei. Der Arzt und Priester leitet das Wasso-Hospital, das etwa 200 000 Menschen, meist Massai-Nomaden, medizinisch versorgt. Apotheker helfen spendete den Jahresbedarf an Medikamenten und will zudem den geplanten Ausbau der krankenhauseigenen Apotheke und die Fortbildung des Apothekenpersonals unterstützen.

Im Bau ist auch die neue Mutter-Kind-Station im Dorf Medina Thioub im Südsenegal. Diese soll – so wie die Maternité in Toubab Diallaw – schwangeren Frauen und ihren Babys einen optimalen Start ins Leben ermöglichen. /

Spendenkonto

Apotheker helfen 

Deutsche Apotheker- und Ärztebank 

IBAN: DE02300606010004793765 

BIC: DAAEDEDD

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