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Ebola-Ausbruch

WHO bereitet sich auf das Schlimmste vor

16.05.2018
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo beunruhigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stark. »Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor, auch auf das schlimmste«, sagte Dr. Peter Salama, WHO-Direktor für Katastropheneinsätze, in Genf. Die Gefahr der Verbreitung des Ebola-Virus sei hoch. Auch umliegende Länder seien gefährdet. »Wir haben bereits neun Nachbarländer in höchste Alarmbereitschaft versetzt«, so Salama.

 

Bis zum 13. Mai wurden laut WHO insgesamt 39 Ebola-Fälle gemeldet, davon wurden zwei inzwischen im Labor bestätigt, 20 gelten als wahrscheinliche Fälle und 17 weitere als Verdachtsfälle.

18 Menschen sind an Symptomen, etwa mit Blutungen einhergehendem Fieber, gestorben. Der Ausbruch der Virus­erkrankung, den die WHO am 8. Mai bekanntgab, betrifft die Bikoro Health Zone in der Provinz Equateur im Nordwesten des Landes.

 

Die WHO sendet derzeit Experten in das betroffene Gebiet, um Erkrankte zu versorgen und die Ausbreitung des Erregers zu unterbinden. Das erste multidisziplinäre Team ist schon seit dem 11. Mai vor Ort. Es soll das bisherige Ausbruchs­geschehen analysieren und vor allem durch aktive Fallsuche und Ermittlung von Kontaktpersonen die Transmission des Virus stoppen. Die WHO arbeite auch mit nationalen Behörden zusammen, um weitere Maßnahmen wie Impfprogramme umzusetzen, heißt es in einer Mitteilung der WHO.

 

Die katastrophale Infrastruktur in der betroffenen Gegend mache die Hilfe sehr schwierig. Eine Luftbrücke zur Versorgung sei die einzige effektive Option, so Salama. »Es gibt sehr wenige befestigte Straßen, sehr wenig Elektrizität, Wasser oder sanitäre Anlagen.« Hilfe könnte erneut der Einsatz von experimentellem Impfstoff bringen. 4000 Dosen seien bereits auf dem Weg in das betroffene Gebiet, meldet die WHO. Nach dem verheerenden Ebola-Ausbruch in mehreren westafrikanischen Ländern, der in den Jahren 2014 und 2015 etwa 11 300 Menschen das Leben kostete, ­wurden mehrere Impfstoffkandidaten entwickelt. Zugelassen ist bislang keiner.

 

Im Kongo kommt es immer wieder zu kleineren Ebola-Ausbrüchen. Im vergangenen Jahr starben vier Menschen an Ebola-Fieber. Das Virus gehört zu den ­gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 30 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. /

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