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Multiples Myelom

Zulassung für Elotuzumab

18.05.2016
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Von Kerstin A. Gräfe / Die Europäische Kommission hat den Antikörper Elotuzumab zur Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen. Empliciti® darf in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason als Zweitlinientherapie eingesetzt werden. Darüber informieren die Hersteller Bristol-Myers Squibb und AbbVie in einer Pressemitteilung.

 

Elotuzumab ist ein Antikörper, der sich spezifisch gegen das Glykoprotein SLAMF7 (Signalling Lymphocyte Activation Molecule Family Member 7) richtet. SLAMF7 wird auf der Oberfläche von Myelomzellen und natürlichen Kil­lerzellen (NK-Zellen) überexprimiert, ist jedoch im normalen Gewebe oder auf hämatopoetischen Stammzellen nicht zu finden. Elotuzumab wirkt über einen dualen Mechanismus. Zum einen bindet der Antikörper an SLAMF7 auf den NK-Zellen und aktiviert dadurch die NK-Zellen. Zum anderen werden durch die Bindung von Elotuzumab an SLAMF7 auf den Myelomzellen aktivierte NK-Zellen rekrutiert, die diese erkennen und über Antikörper-vermittelte zelluläre Zytotoxizität (ADCC) zerstören.

 

Die Zulassung basiert auf der randomisierten, offenen Phase-III-Studie ELOQUENT-2 mit 646 Myelom-Patienten, die zuvor eine bis drei Therapien erhalten hatten. Sie wurden randomisiert mit Elotuzumab plus Lenalidomid/Dexamethason oder Lenalidomid/Dexamethason behandelt. Primäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben und die Gesamtansprechrate. Die Hinzunahme von Elotuzumab zur Kombination aus Lenalidomid und Dexamethason verlangsamte die Krankheitsprogression um 4,5 Monate. 68 Prozent der Elotuzumab-Patienten lebten ein Jahr progressionsfrei, 49 Prozent sogar zwei Jahre ohne Progression. In der Kontrollgruppe war dies bei 56 beziehungsweise 26 Prozent der Patienten der Fall. Die Gesamtansprechrate lag mit Elotuzumab bei 79 Prozent, ohne den Antikörper bei 66  Prozent.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen von Empliciti waren Durchfall, Fieber, Fatigue, Husten, Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege, Lymphopenie, Kopfschmerzen, Pneumonie und Herpes-zoster-Reaktivierung. /

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