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Suizidgefahr erkennen

13.05.2008  13:56 Uhr

Suizidgefahr erkennen

Von Daniela Schierhorn

 

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland zwischen 10.000 und 13.000 Menschen das Leben. Um die Zahl der Suizide und Suizidversuche zu senken, entwickeln seit 2002 mehr als 80 Institutionen, Organisationen und Verbände im Rahmen des »Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland« Konzepte.

 

Besonders suizidgefährdet sind ältere Menschen: Von den etwa 10.000 Personen, die sich 2006 in Deutschland das Leben nahmen, waren 40 Prozent 60 Jahre und älter, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 24 Prozent beträgt. Fast alle zwei Stunden stirbt ein Mensch über 60 Jahre in Deutschland durch eigene Hand.

 

Die Informationsschrift »Wenn das Altwerden zur Last wird – Suizidprävention im Alter« des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland richtet sich besonders an Menschen, die sich mit dem Gedanken der Selbsttötung tragen oder die sich in einer Lebenskrise befinden, aber auch an Angehörige im Umfeld suizidgefährdeter älterer Menschen. Sie richtet sich zudem an Personen, die hauptberuflich oder ehrenamtlich mit alten Menschen arbeiten. In der Broschüre werden Vorboten und Signale einer Suizidgefährdung, die Entstehung von Suizidalität im Alter, Suizidprävention, Krisenhilfe und längerfristige therapeutische Angebote dargestellt. Ebenso werden juristische Fragen zur Patientenverfügung behandelt sowie Kontaktadressen und Ansprechpartner genannt. Die Broschüren können kostenlos angefordert werden, um sie beispielsweise Apothekenkunden zur Verfügung zu stellen.

 

Auch bei Suchterkrankungen ist die Selbsttötungsgefahr stark erhöht und wird häufig unterschätzt. In Deutschland sind 1,7 Millionen Menschen alkoholabhängig, zwischen 1,4 und 1,9 Millionen leiden unter ihrer Arzneimittelsucht und etwa 400.000 Menschen sind abhängig von illegalen Drogen. Bei Alkoholkranken ist das Suizidrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung zehnfach erhöht, bei einem Drogenabhängigen sogar zwanzigfach. Das Faltblatt »Nüchtern hätte ich das nicht gemacht – Krisen bei Sucht und Selbsttötungsgefahr. Hilfe für Betroffene und Angehörige« gibt Hinweise darauf, wann eine besondere Gefährdung vorliegt, klärt über die Alarmzeichen einer akuten Suizidgefährdung auf und informiert Angehörige oder nahestehende Personen über mögliche Verhaltens- und Hilfsmaßnahmen.

 

Das Faltblatt steht ausschließlich elektronisch unter folgender Internetadresse zum Download bereit: www.suizidpraevention-deutschland.de/downloads.html. Die Broschüre »Wenn das Altwerden zur Last wird – Suizidprävention im Alter« sowie weitere Informationsblätter zum Thema Suizid können bestellt werden beim: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 481009, 18132 Rostock, Telefon 01888 8080800, Fax 01888 108080800, E-Mail publikationen@bundesregierung.de.

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