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Die Verpackung denkt mit

10.05.2017  09:48 Uhr

Von Daniel Rücker / Die Digitalisierung macht aus einer Kartonage ein Kommunikationsmedium. Das gilt auch für die Verpackung von Arzneimitteln. Unternehmen wie die Schweizer Rondo AG testen derzeit die Möglichkeit, durch auf Pharmaverpackungen aufgetragene Codes und andere Techniken eine Kommunikation zwischen Apothekern, Patienten und Ärzten aufzubauen.

 

Ziel ist es, die Compliance der Patienten zu verbessern. Dazu wird auf die Packung ein sogenannter QR-Code oder ein Chip aufgebracht. Zuvor wurde die Packung mit dem Namen des Kunden versehen und damit individualisiert.

Mit einem Smartphone oder einem anderen mobilen Endgerät kann sich der Patient auf einer für ihn erstellten Web­site individualisierte Informationen zur Anwendung des Medikaments einholen. Denkbar ist laut Rondo auch, dass der Patient über den Chip an die Einnahme des Medikaments erinnert wird. Eine weitere realistische und sinnvolle Anwendung sei auch die Möglichkeit, über die smarte Verpackung das Medikament bei der Stammapotheke zu bestellen.

 

Und auch für klinische Studien sieht Ronda in seiner Firmenbroschüre Einsatzmöglichkeiten. Arzt und Patient könnten über eine App, die sich beide auf das Handy laden, während der Studie miteinander kommunizieren und für die Studie relevante Daten austauschen.

 

Es ist denkbar, dass digitale Kommunikationswege über Verpackungen die Arzneimittelsicherheit erhöhen. Offen bleibt aber, wie groß die Akzeptanz von in der Regel älteren Apothekenkunden und Studienteilnehmern ist, mit Ärzten und Apothekern über Apps und Faltschachteln zu kommunizieren. /

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