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Zytostatika-Versorgung

VZA fordert Gespräch mit Gröhe

11.05.2016
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Von Katja Egermeier / Klaus Peterseim, Präsident des Verbands der Zytostatika herstellenden Apotheker (VZA), sieht die flächendeckende, ortsnahe Versorgung mit Krebsmedikamenten durch die aktuelle Ausschreibungspraxis einzelner Krankenkassen stark gefährdet.

 

Um die Bundesregierung dazu zu bringen, »die drohenden Gefahren der künftigen Arzneimittelversorgung Schwerstkranker« in den Blick zu nehmen und zu handeln, fordert er laut einer Mitteilung des VZA ein Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

 

Auslöser für diesen Schritt sei die Reaktion der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der gesundheitspolitischen Sprecherin der Linken, Kathrin Vogler, zur Lage der Spezialapotheken infolge des »Ausschreibungsunwesens«. Die Antwort der Regierung sei »unverständlich und keineswegs zukunftsorientiert«. Nach Ansicht von Peterseim wurden die jetzt unmittelbar drohenden Gefahren für die wohnortnahe Arzneimittelversorgung von Krebskranken und das Recht auf freie Apothekenwahl nicht erfasst.

 

Unverständlich sei Peterseim auch der Hinweis, die ABDA sehe keine Gefahr für die flächendeckende Versorgung mit onkologischen Arzneimitteln. Im Gegenteil habe doch Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), erst kürzlich beim Wirtschaftsforum Zytostatika als für Ausschreibungen ungeeignet bezeichnet und ein Verbot gefordert. Auch Becker ist demnach der Meinung, dass durch Ausschreibung bei der Zytostatika-Versorgung »binnen kürzester Zeit die flächendeckende, ortsnahe Versorgung mit Krebsmedikamenten zerstört werde«.

 

Neben VZA, DAV und ABDA teilen laut Peterseim auch Ärzte, Krankenhäuser, Pflegekräfte, Patienten und deren Verbände die Kritik an der aktuellen Ausschreibungspraxis (lesen Sie dazu auch Seite 55 in der Druckausgabe PZ 19/2016), gegen die sich alle nun gemeinsam einsetzen wollen. Zumindest jedoch das Patientenwahlrecht bei der Versorgung mit Zytostatika müsse wiederhergestellt werden. /

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