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Hilfstaxe

Apotheker wollen Schulterschluss

20.06.2018
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Von Cornelia Dölger, Frankfurt am Main / Bei einem Krisentreffen in Frankfurt haben die Zytostatika herstellenden Apotheker erörtert, wie sie sich im Streit um die Neuregelung der Hilfstaxe positionieren sollen. Verbandschef Klaus Peterseim setzt auf ein Miteinander mit dem Deutschen Apothekerverband DAV.

»Wir brauchen einen Schulterschluss, keine Gruppenbildung oder Entsolidarisierung.« Mit diplomatischen Worten eröffnete Klaus Peterseim, Präsident des Verbands Zytostatika herstellender Apotheker (VZA), vergangene Woche die außerordentliche Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main.

 

Dass dieser Appell durchaus seine Berechtigung hat, wurde im Verlauf der Sitzung deutlich: Es ging um die sogenannte Hilfstaxe. Darin regeln der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Preise für Rezepturen und die dafür benötigten Stoffe. In der Anlage 3 geht es um die Zytostatika-Versorgung. Hier waren im Januar per Schiedsspruch Preisregelungen durchgesetzt worden, die alle Apotheker geschlossen ablehnen. Der DAV klagt beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg gegen den Schiedsspruch. Uneinig sind sich VZA und DAV aber darüber, wie es nun weitergehen soll. Und auch unter den Zyto-Apothekern gibt es in dieser Frage unterschiedliche Standpunkte.

 

Frist zur Kündigung

 

Der VZA, der die etwa 300 Zyto-Apotheken in Deutschland vertritt, hatte zu dem Treffen geladen, weil Mitte Mai der Zeitraum abgelaufen war, um die Anlage 3 bis zum 30. Juni zu kündigen. Zu einem solchen Schritt ist nur der DAV berechtigt, mit einer Frist von sechs Wochen zum jeweiligen Quartals­ende. Er hält sich bislang aber zurück und setzt auf weitere Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband. Der VZA drängt bereits seit Monaten auf eine Kündigung. Bei der Sitzung in Frankfurt sollte gemeinsam erörtert werden, wie der Knoten durchschlagen werden kann. »Der Schiedsspruch war für uns ein gravierender Tiefschlag, von dem sich die Apotheken hoffentlich wieder erholen«, betonte Peterseim.

 

Knackpunkt ist die Datengrundlage des GKV-Spitzenverbands, die offenbar für den Schiedsspruch ausschlaggebend war. Anders als die Apotheker darf die Dachorganisation Marktpreise abfragen, hat dies laut Peterseim auch getan, aber Details weder dem DAV noch der Schiedsstelle verraten. »Wie der Verband bei einzelnen Wirkstoffen zu diesen Preisen gekommen ist, weiß niemand«, kritisierte der VZA-Präsident. Das Vorgehen offenbare, »dass das System an dieser Stelle einen schweren Fehler hat«. Es stehe »im diametralen Widerspruch zu der immer wieder von den Kassen erhobenen Forderung nach Transparenz«.

 

Um dies zu ändern, setzt der VZA auf besagten Schulterschluss mit dem DAV. Man habe mithilfe eines wissenschaftlichen Instituts in 15 Mitgliedsapotheken Daten erhoben, um ein Gutachten zu den Arbeitspreisen zu erstellen. Insgesamt 8000 Datensätze habe der DAV bereits zur Verfügung gestellt bekommen, derzeit laufe die Auswertung, so Peterseim. »Wir tun alles, um den DAV zu munitionieren.« Zusätzlich habe der VZA eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, die Abgabepreise der Hersteller zu analysieren. Ausgestattet mit einem solchen »Waffenarsenal« an validen Daten sei auch der DAV bereit, »in den Krieg zu ziehen«, sagte Peterseim. Er selbst sehe einer Kündigung der Hilfstaxe zuversichtlich entgegen.

 

Geschlossenheit gefordert

 

Was einzelne Zyto-Apotheker tun können, um den DAV und den VZA zu unterstützen, wurde in Frankfurt kon­trovers diskutiert. »Wir wollen die Wertigkeit unserer Arbeit besser darstellen«, erklärte Zyto-Apotheker Franz Stadler, der gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Wellenhofer die »Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen« gegründet hat. Einige Zuhörer kritisierten, dass ein solches Projekt die Geschlossenheit der Apotheker atta­ckiere. Peterseim betonte, er setze auf ein Zusammengehen. »Wer sich einsam auf den Weg macht, findet ihn schlechter, als wenn er gemeinsam mit anderen marschiert.« /

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