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Viele Patienten suchen bei einem Schlaganfall zu spät Hilfe

06.05.2015
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dpa / Nach einem Schlaganfall verstreicht nach Einschätzung von Experten bei einem Großteil der Patienten noch zu viel Zeit, bevor sie einen Arzt aufsuchen. »Nur 10 Prozent der Patienten kommt innerhalb einer Stunde in die Klinik«, sagte der Neurologe Professor Dr. Darius Nabavi der Deutschen Presse-Agentur aus Anlass des Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai.

Dabei seien gerade die ersten Stunden nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung entscheidend, will man Behinderungen vorbeugen. Entsprechende Therapien werden inzwischen meist auf Spezialstationen vorgenommen, sogenannten Stroke Units.

 

Innerhalb von drei Stunden gelange ein gutes Drittel der Patienten in die Klinik. »Aber dieser Anteil ist seit Jahren nahezu unverändert«, sagte Nabavi, der auch Vorsitzender der Stroke-Unit-Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft ist. »Sobald der Notruf 112 gewählt wurde, funktioniert die Versorgung in Deutschland nahezu perfekt.« Vorher sei es eine Mischung aus mangelnder Eigenwahrnehmung, Unwissen und auch Scham, die Betroffene und auch Angehörige zum Abwarten verleite. Manche gingen wider besseres Wissen nicht in die Klinik. Dass Patienten aber oft auch schnell und zielgerichtet versorgt werden, ist nach Angaben der Schlaganfall-Hilfe mit ein Grund für rückläufige Sterberaten bei Betroffenen. Weitere Informationen zum Tag gegen den Schlaganfall gibt es bei der Siftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de. /

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