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Polio breitet sich aus

07.05.2014
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Annette Mende / Nachdem das Poliovirus zuletzt weltweit nur noch in drei Ländern endemisch vorkam, hat es sich durch internationalen Reiseverkehr nun wieder weiter verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht diese Entwicklung mit großer Sorge und rät zur Impfung gegen den Erreger der Kinderlähmung. Einer aktuellen WHO-Stellungnahme zufolge stellen Kamerun, Pakistan und Syrien momentan die größte Gefahr für eine grenzüberschreitende Ausbreitung des Virus dar. Diese Staaten müssten sicherstellen, dass alle Bewohner und Personen, die planten, sich dort länger als vier Wochen aufzuhalten, geimpft werden. Äquatorialguinea, Äthiopien, Afghanistan, Irak, Israel, Somalia und vor allem Nigeria sollten dasselbe tun, obwohl Polio in diesen Staaten zwar momentan vorkomme, aber noch nicht aus ihnen exportiert worden sei. Ende des Jahres 2013 waren laut WHO 60 Prozent der weltweiten Poliofälle Folge einer grenzüberschreitenden Verbreitung des Virus. Hinweise verdichteten sich, dass vor allem erwachsene Reisende die Treiber dieser Entwicklung waren. Da eine Infektion in 95 Prozent der Fälle symptomlos verläuft, können Ungeimpfte den Erreger ohne ihr Wissen in sich tragen. Im Mai beziehungsweise Juni beginnt die Saison, die üblicherweise von einer hohen Infektionsrate gekennzeichnet ist. Die WHO befürchtet daher, dass sich der Erreger weiter ausbreiten wird. /

 

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