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H1N1-Virus war nach der Pandemie gefährlicher

07.05.2013  14:23 Uhr
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Das Influenza(A)-Virus H1N1 hat in der ersten Grippesaison nach der Schweinegrippe-Pandemie deutlich mehr Komplikationen hervorgerufen als in der Pandemie selbst. Dies berichten Mediziner um Nicola Lehners von der Universitätsklinik Heidelberg im Fachjournal »Emerging Infectious Diseases«(doi: 10.3201/eid1905.130034).

Die Forscher hatten die Daten von 178 Menschen ausgewertet, die zwischen 2009 und 2011 in der Universitätsklinik wegen Infektionen mit dem H1N1-Virus behandelt worden waren. In der Pandemie 2009/2010 wurden 102 Menschen wegen H1N1-Infektion hospitalisiert, in der ersten postpandemischen Saison 2010/2011 waren es 76. Dabei nahm der Anteil der schweren Erkrankungen deutlich zu und stieg von 14 Prozent in den Jahren 2009/2010 auf 46 Prozent im Winter 2010/2011. Auch die Mortalität stieg von 5 auf 12 Prozent an, berichten die Mediziner. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass die Patienten in der postpandemischen Saison älter waren als in der Pandemie, das Durchschnittsalter betrug 38 Jahre gegenüber 18 Jahren.

 

Die Untersuchung zeigt auch, dass Komorbiditäten eine große Rolle für den Verlauf der Erkrankung spielen. Insgesamt waren in dem untersuchten Zeitraum 50 Patienten schwer erkrankt. Von diesen hatten 45 Patienten (90 Prozent) mindestens eine chronische Grunderkrankung. 29 hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, 28 waren immunsupprimiert, 12 hatten Diabetes, 11 eine chronische Lungenerkrankung, 5 Autoimmunerkrankungen, 13 hämatologische Krebserkrankungen und 5 solide Tumoren. Aufgrund ihrer Ergebnisse halten es Lehners und ihre Kollegen auch in den postpandemischen Jahren für wichtig, Risikopatienten zu identifizieren und gegen Grippe zu impfen. /

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