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Bodenbakterien als Antibiotika-Produzenten

12.05.2006
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Bodenbakterien als Antibiotika-Produzenten

PZ  Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Dr. Lutz Heide vom Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen und Professor Dr. Antony Maxwell vom John Innes Centre im britischen Norwich hat herausgefunden, dass im Boden vorkommende, gentechnologisch veränderte Streptomyces-Bakterien neuartige Antibiotika herstellen können (Antimicrobial Agents and Chemotherapy 50, 2006, 1136-1142).

 

Die Wissenschaftler hoffen, auf der Grundlage dieser Erkenntnis Antibiotika zu »designen«, die gegen gefährliche Krankheitserreger wie multiresistente Staphylococcus-aureus-Bakterien (MRSA-Bakterien) eingesetzt werden können. Um herauszufinden, welche Teile der Moleküle essenziell für die Wirkung gegen Bakterien sind, untersuchten Heide und  Maxwell die Antibiotika Novobiocin und Clorobiocin. Ziel ist es, durch gezielte Variationen der Molekülstruktur, neue, wirksamere Antibiotika zu entwerfen, die zudem weniger Nebenwirkungen haben. Die Wirkung von Novobiocin und Clorobiocin beruht darauf, dass sie die richtige Verpackung des Erbguts in den Bakterienzellen verhindern. In menschlichen Zellen können sie keinen Schaden anrichten, weil die DNA dort auf andere Weise verstaut wird. Laut Heide wird es jedoch noch 10 bis 20 Jahre dauern, bis gentechnologisch hergestellte Antibiotika tatsächlich angewendet werden können.

 

Nähere Informationen:

Professor Dr. Lutz Heide

Pharmazeutisches Institut

Auf der Morgenstelle 8

72076 Tübingen

Telefon (07071) 2972460

heide(at)uni-tuebingen.de

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