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Y-Chromosom

Doch nicht so instabil

29.04.2014  16:25 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Das Y-Chromosom gilt als klein und instabil, manche Experten befürchteten sogar, es könne im Laufe der Evolution ganz verschwinden. Dem widersprechen jetzt Forscher um Professor Dr. David Page vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge im Fachjournal »Nature« (doi: 10 1038/nature13206).

Ihr Vergleich der Y-Chromosomen von acht Säugetier-Arten ergab, dass das Y-Chromosom seit 25 Millionen Jahren stabil ist. Die Wissenschaftler ermittelten hierfür die Basenabfolge des Geschlechtschromosoms von relativ ursprünglichen Tieren wie Opossum über Maus und Ratte bis hin zu Makake, Schimpanse und Mensch.

Der Analyse zufolge gab es vor mehreren Hundert Millionen Jahren eine Periode der rapiden Degeneration des Y-Chromosoms mit massivem Genverlust. Nur etwa 3 Prozent der ehemaligen Gene sind heute noch vorhanden. Vor etwa 25 Millionen Jahren stoppte aber dieser Abbau, als sich die Linie der Altweltaffen von den Menschenaffen trennte, schreiben die Autoren. Die noch erhaltenen Gene seien besonders stabil. Es gebe einen vitalen Kern von etwa zwölf Genen, die nicht mit der Geschlechtsdeterminierung, Spermien- oder Genitalbildung zusammenhängen. Diese kodieren für Proteine mit wichtigen zellulären Funktionen wie Proteinsynthese oder Transkriptionsregulation, die in verschiedenen Geweben wie Herz oder Blutzellen exprimiert werden und somit für den gesamten Organismus bedeutend sind.

 

Während diese essenziellen Gene aus Sicht der Autoren dafür sprechen, dass das Y-Chromosom nicht verschwinden wird, sind andere Experten nicht überzeugt. So sagt die australische Genetikerin Jennifer Graves laut einer »Nature«-Pressemitteilung, dass die Y-Degeneration kein linearer Prozess sei und ein weiterer Zerfall des Chromosoms bevorstehen könnte. Die Wissenschaftlerin von der Universität Canberra hatte im Jahr 2002 im gleichen Journal die These vom »verrottenden Y« aufgestellt, der zufolge das Geschlechtschromosom innerhalb von zehn Millionen Jahren verschwinden werde. Die Forscherin weist darauf hin, dass zwei japanische Rattenarten ihr Y-Chromosom bereits verloren haben, wobei sich die verbleibenden Gene auf andere Chromosomen verlagerten. /

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