Pharmazeutische Zeitung online
Lesmüller-Stiftung

Apotheker stärken und fördern

26.04.2017
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung wird 20 Jahre alt. Satzungsgemäß fördert sie die pharmazeutischen Wissenschaften und Aufgaben des Apothekers. Wie sich die Stiftung entwickelt hat, berichtet der Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Hermann Vogel.

PZ: Welche Bedeutung hat die Stiftung für die Pharmazie in Deutschland?

 

Vogel: Nach Stiftungsaufgabe und Kapazität ist sie einmalig in Deutschland. Mit jährlichen Ausschüttungen von etwa 400 000 Euro ist sie mit Abstand die größte Stiftung im Pharmazie­bereich. Wir finanzieren Projekte mit und leisten Anschubfinanzierungen, ohne selbst Projektträger zu sein.

 

PZ: Was sind die Ziele der Stiftung?

 

Vogel: Unser erklärtes Ziel ist und bleibt, die Rolle des Apothekers zu stärken und zu fördern. Nach wie vor kommt der Klinischen Pharmazie, die vielfach noch in den Kinderschuhen steckt, ein großer Stellenwert zu. Derzeit versuchen wir, in Regensburg über eine Stiftungsprofessur für fünf Jahre dauerhaft eine eigene Professur zu etablieren, weil wir dieses Fach als zukunftsweisend für die Ausbildung der Apotheker ansehen. Mit diesem Vorhaben geht die Stiftung neue Wege.

 

PZ: In welchen Bereichen engagiert sich die Stiftung vorrangig? Gibt es sogenannte Leuchtturmprojekte?

 

Vogel: Von Anfang an haben wir sehr viel in die Klinische Pharmazie investiert, um das Studienfach ins Laufen zu bringen. Gefördert wurden auch Projekte der Pharmazeutischen Betreuung, der Palliativpharmazie sowie Studien, die den Mehrwert der pharmazeutischen Tätigkeit aufzeigen. Die Homepage der Stiftung informiert über die Förderprojekte. Als Leucht­türme kann ich die Glicemia-Studie sowie die Arzneimittelinformationsstellen der Bayerischen Landesapothekerkammer hervorheben. Hier sind die Studenten eng eingebunden; es geht um eine systematische Ausbildung des Berufsnachwuchses in Datenrecherche und Arzneimittelsicherheit.

 

PZ: Zu den Satzungsaufgaben gehört auch die Volksbildung. Gibt es hierzu Förderprojekte?

 

Vogel: Da Prävention auch eine Aufgabe der Volksbildung ist, unterstützen wir von Anfang an das WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen. Nach dem Willen der Stifterin Dr. Anni Lesmüller förderten wir zudem die Pharmaziehistorie, unter anderem das Deutsche Apothekenmuseum und das Germanische Nationalmuseum.

 

PZ: Seit 2011 findet die Lesmüller-Vorlesung beim Bayerischen Apothekertag statt. Was erhofft sich die Stiftung davon?

 

Vogel: Die Vorlesungen sollen über den Tellerrand der Pharmazie hinausblicken und die Stiftung bekannter machen. Ich freue mich, dass wir zum 20-jährigen Jubiläum Dr. Rainer Erlinger, bekannt aus seiner Gewissensfrage-Kolumne im SZ-Magazin, als Redner in Würzburg gewinnen konnten.

 

PZ: Viele Stiftungen kämpfen heute damit, dass sie nicht genügend Fördergelder bereitstellen können. Wie sieht es bei der Lesmüller-Stiftung aus?

 

Vogel: Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Stiftung eine große Immobilie im Herzen Münchens mit einer sehr stabilen Ertragslage besitzt. Dies bildet eine solide Grundlage für die Arbeit. Ich ermuntere dem Berufsstand verbundene potenzielle Spender zu Zustiftungen, damit wir unsere Fördermöglichkeiten noch erweitern können.

 

PZ: Wo sehen Sie die Stiftung in 20 Jahren?

 

Vogel: Angesichts der soliden Grund­lagen sind wir sehr zuversichtlich, dass die Stiftung ihre Rolle auch künftig voll erfüllen kann. /

 

Lesmüller-Stiftung

Die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung wurde 1997 von Oberstudiendirektorin a. D. Dr. Anni Lesmüller ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert die pharmazeutische Wissenschaft mit Schwerpunkt des Arzneimittels und der Auf­gabenstellung des Apothekers in Geschichte und Gegenwart. Sie fördert ferner die Volksbildung durch Aufklärung der Bevölkerung über Wesen und Bedeutung der Pharmazie. Hierzu werden Stipendien vergeben sowie Preise für Forschungsarbeiten ausgeschrieben.

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