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Neue Impfstoffe

Bald auch Schutz gegen Malaria, MRSA und Meningokokken B

27.04.2010
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Von Daniela Biermann / Die forschende Pharmaindustrie will bis 2013 gegen drei bislang unadressierte Krankheitserreger neue Impfstoffe auf den Markt bringen. Erstmals soll es Impfmöglichkeiten gegen Meningo­kokken der Gruppe B, multiresistente Staphylokokken und Malaria geben.

»Bis 2013 könnten neue Impfstoffe erstmals vor Hirnhautentzündung durch B-Meningokokken und dem gefürchteten Krankenhauskeim MRSA schützen«, sagte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA). »Speziell für Entwicklungsländer könnte zudem ein Impfstoff verfügbar werden, der vielen von Malaria bedrohten Kindern das Leben rettet.« Bislang gibt es gegen mehr als 25 Krankheitserreger Schutzmöglichkeiten. Das ist ein großer medizinischer Erfolg, doch deckt er nur ein kleines Spektrum der pathogenen Organismen ab. So gibt es bereits Impfstoffe gegen Meningokokken. Sie schützen jedoch nicht vor allen Subtypen. Zum Beispiel wirkt die im vergangenen Monat zugelassene Vierfach-Vakzine Menveo® gegen die Serotypen A, C, W135 and Y. Laut Robert-Koch-Institut verursachen jedoch Meningokokken der Gruppe B etwa zwei Drittel aller invasiven Infektionen.

Gegen Staphylokokken gibt es bislang noch keine Impfung. Die Bakterien zählen zu den Problemkeimen, da sie bereits gegen zahlreiche Antibiotika immun sind, unter anderem gegen das früher gebräuchliche Methicillin. Daher rührt der Name Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Vor allem immungeschwächte Patienten in Krankenhäusern sind in Gefahr, nicht an ihrem Grundleiden, sondern an einer MRSA-Infektion zu sterben. Seit Jahrzehnten warten vor allem die Entwicklungsländer auf einen Impfstoff gegen Malaria. Zwar vermeldeten die Vereinten Nationen diese Woche einen Rückgang der Malaria-Toten durch Maßnahmen wie imprägnierte Moskitonetze aufzuhängen. Ein Impfstoff wäre jedoch weitaus effektiver.

 

Laut VFA erproben die Unternehmen derzeit auch Impfstoffe gegen andere lebensbedrohliche Erkrankungen, die vor allem die Entwicklungsländer betreffen, nämlich Tuberkulose, Ebola und Dengue-Fieber. Mehrere Impfstoffhersteller hätten sogar eigene Forschungslabors für tropische und subtropische Infektionskrankheiten errichtet. »Damit leisten die forschenden Pharma-Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit weltweit«, so Yzer in der Pressemitteilung. Auch für Impfprogramme gegen Hirnhaut- und Lungenentzündung, denen ebenfalls viele Menschen in ärmeren Ländern erliegen, wollen Pharma-Unternehmen künftig noch mehr Impfdosen zu Sonderkonditionen liefern. /

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