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Cannabis

Härter als sein Ruf

21.04.2009
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Cannabis-Entwöhnungsprogramme

Auf der Website »Quit the Shit« der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA (www.drugcom.de) können sich Menschen jeden Alters, die ihren Cannabiskonsum beenden möchten, anonym von einem Suchttherapeuten beraten lassen. Dabei legen sie ein individuelles Ziel fest, das sie in den nächsten 50 Tagen verfolgen.

 

Beim deutsch-schweizerischen ambulanten Programm »Realize it« (www.realize-it.org) legen Cannabiskonsumenten zwischen 15 und 30 Jahren im persönlichen Gespräch mit einem Suchttherapeuten zunächst ein Therapieziel fest. Es folgen vier weitere Einzelberatungen und eine Gruppensitzung. Weil begleitende Studien eine gute Wirksamkeit bestätigten, beschloss das Bundesgesundheitsministerium 2007, das Programm deutschlandweit in das Angebot von Beratungsstellen aufzunehmen.

 

Ein weiteres ambulantes Konzept namens Candis (www.candis-projekt.de) stammt von der Technischen Universität Dresden. Es umfasst zehn Einzelsitzungen über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten. Dabei findet zunächst eine Motivationsstärkung, dann eine kognitive Verhaltenstherapie und zuletzt ein psychosoziales Problemlösetraining statt. Erste Ergebnisse belegen eine hohe Wirksamkeit bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen. Um die Eignung unter Realbedingungen zu überprüfen, läuft das Programm seit Ende 2007 an elf ambulanten Suchthilfezentren, auch im Berliner Therapieladen. Dieser beteiligt sich zudem an der im Text beschriebenen Incant-Studie (www.incant.de) zur Bewertung der multidimensionalen Familientherapie. Diese dauert bis zu fünf Monate, richtet sich an Cannabiskonsumenten zwischen 13 und 18 Jahren und bezieht Eltern und andere Bezugspersonen ein.

 

Wer allgemein Hilfe aufgrund von Problemen mit Cannabis sucht, wendet sich am besten an eine örtliche Drogenberatungseinrichtung. Auf der Homepage der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (www.dhs.de) und der BZgA (www.bzga.de) finden sich entsprechende Verzeichnisse und weitere Informationen.

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