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Diabeteskranke Kinder besser versorgen

22.04.2008
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Diabeteskranke Kinder besser versorgen

PZ / Die neue europäische Diabetes-Initiative SWEET hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Kindern mit Diabetes zu verbessern und die beeinträchtigenden Folgeerkrankungen aufzuhalten.

 

Immer mehr Kinder weltweit erkranken an Typ-1-Diabetes. In Deutschland beträgt die Zuwachsrate derzeit 18 Prozent, ohne dass die Gründe für den Anstieg bekannt sind. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden 10.000 bis 15.000 Kinder bis 14 Jahren und etwa 25.000 Jugendliche bis 19 Jahren in Deutschland unter der Erkrankung.

 

»Diabetes ist bei Kindern anders als bei Erwachsenen«, betont Professor Dr. Thomas Danne, Leiter des SWEET-Projekts und des Diabetes-Zentrums für Kinder und Jugendliche in Hannover, in einer Pressemitteilung. »Kinder haben zum Beispiel einen ganz anderen Bewegungsdrang, schlafen länger, haben ein unberechenbareres Essverhalten und auch schneller mal eine Erkältung.« Kindliches Verhalten braucht besonders flexible Behandlungsstrategien und die Hilfe der gesamten Familie und Betreuer. »Damit alle Beteiligten dies leisten können, brauchen wir zielgruppengerechte Schulungen«, erklärt Danne. »Selbst in Ländern mit gut entwickelten Gesundheitssystemen werden viele Kinder nicht von kinderdiabetologisch erfahrenen Versorgungsteams betreut«, erklärt Danne. Er hofft, dass sich diese Lücke mit SWEET schließen lässt. Die Kooperation etablierter europäischer und nationaler Diabetesorganisationen unter Federführung der Internationalen Kinderdiabetesgesellschaft ISPAD hat sich vorgenommen, in den nächsten drei Jahren gemeinsame Empfehlungen hinsichtlich Behandlungsstrategien und Standards in der Kinderdiabetologie zu entwickeln. Darüber hinaus soll der Aufbau weiterer Referenz-Zentren unterstützt werden. Die beteiligten Länder sind Deutschland, England, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Niederlande, Rumänien, Polen, Schweden und die Tschechische Republik.

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