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Schlecker plant Apotheken

24.04.2007
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Schlecker plant Apotheken

Von Thomas Bellartz

 

Egal, ob mit Berufserfahrung oder ohne: Die Drogeriemarktkette Schlecker sucht via Stellenanzeigen nach Apothekerinnen und Apothekern. Bereits seit einiger Zeit liegen der PZ Informationen vor, wonach der schwäbische Familienbetrieb einen möglichen Eintritt in den Apothekenmarkt aktiv vorbereitet.

 

Problematisch erweist sich den Informationen zufolge aber bislang, dass eine Integration von Offizinen in bestehende Filialen aufgrund der Flächensituation als extrem ungünstig eingestuft wird. Das Unternehmen, das sich auch auf Nachfrage hin nicht äußern will, will zunächst im deutsch-niederländischen Grenzgebiet tätig werden. Sollte das Fremdbesitzverbot fallen, rechnen viele Experten mit einem schnellen Markteintritt der großen deutschen Drogerieketten, insbesondere vor dem Hintergrund miserabler Margen im Stammgeschäft. Schlecker gilt als aggressivstes Unternehmen und weist viel Erfahrung bei der schnellen und flächigen Expansion auf.

Kommentar: Schlecker ante portas

Neu ist die Nachricht nicht und Sorgen bereitet sie auch nicht. Solange das Verbot des Fremdbesitzes Bestand hat und der Mehrbesitz reguliert ist, muss sich Schlecker gedulden. Doch die Nachrichten verdeutlichen, dass aus den Gerüchten der vergangenen Jahre Wahrheiten werden.

 

Drogerieketten wittern die Chance, ausgehend von bereits existierenden Geschäftsfeldern, sich neue, zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen. Man kann trefflich streiten, wem das am besten gelingen wird. Doch Schlecker mit einem eher trashigen Image, wird nicht die Speerspitze einer Qualitätsbewegung abbilden - das Gegenteil dürfte der Fall sein.

 

Und so sollte niemandem schon jetzt Angst und Bange werden angesichts all der großen Namen, die sich anschicken, den deutschen Apothekenmarkt zu stürmen. Im Discountgeschäft dürfte DocMorris zusammenzucken. Er bekommt es mit anderen Discountern zu tun. Die Einzelapotheke, in welcher Form auch immer, mit Kollegen verbunden oder nicht, dürfte von vielen Kunden an Qualitätsmaßstäben gemessen werden. Es gilt also jetzt, genau diese Differenz zu untermauern und permanent herauszustreichen, und dies auch in der Öffentlichkeit zu formulieren. Den Abfluss der Billigheimer wird die Apotheke ohnehin verkraften müssen. Wer im Preiskampf nicht wird bestehen können, der besteht im Qualitätswettbewerb. Schlecker & Co. haben dort die geringsten Chancen.

 

Thomas Bellartz

Leiter der Hauptstadtredaktion

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