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Israel will alle Gesundheitsdaten erfassen

18.04.2018
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Von Jennifer Evans / Die israelische Regierung will mehr als 200 Millionen Euro in ein digitales Projekt stecken, um die Gesundheitsdaten aller rund 8,4 Millionen Bürger des Landes zu erfassen.

 

Das geht aus einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung« hervor. Damit nicht genug: Die Daten sollen für Forschungszwecke künftig auch ausländischen Firmen zur Verfügung stehen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sieht in der Erfasssung der Gesundheitsdaten eine große Marktkraft, die »noch gigantischer ist als der Transportmarkt und noch mehr Potenzial hat als der Bereich Cyberindustrie«, zitiert ihn die Zeitung. Demnach hat er den Bürgern mit diesem Projekt auch eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung zugesichert.

 

Dem Bericht zufolge haben israelische Ärzte bereits seit Jahren diverse Patienteninformationen von 98 Prozent der Bevölkerung digital abgespeichert. All diese Daten könnten die israelischen Gesundheitsinstitutionen nach derzeitiger Rechtslage sogar verkaufen. Im Namen der Sicherheit sei einiges erlaubt, vieles davon würde nicht unbedingt hinterfragt, heißt es. Die israelische Regierung verspricht sich von der Datenweitergabe noch mehr: In Zukunft will Israel dadurch bessere Preisverhandlungen für Medikamente führen können. /

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