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17.04.2012  16:49 Uhr

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Auch die Zähne leiden unter Diabetes

 

PZ / Für Patienten mit Diabetes mellitus ist eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege besonders wichtig. Denn sie haben nicht nur ein höheres Kariesrisiko als Menschen ohne die Zuckerkrankheit. Sie leiden auch häufiger unter Parodontitis, also einer bakteriell bedingten Entzündung des Zahnhalteapparats. Das betonte Zahnärztin Dr. Anja Ratzmann von der Uniklinik Greifswald beim Internistenkongress in Wiesbaden. »Karies kann bei Diabetikern besonders leicht entstehen, wenn die Speicheldrüsen infolge Mikroangiopathie geschädigt sind und weniger Speichel produzieren«, sagte Ratzmann. Auch die einstellungsbedingte Ernährungsweise mit vielen kleinen Mahlzeiten am Tag ist problematisch, wenn die Zwischenmahlzeiten nicht zahnhygienetechnisch begleitet werden. »Meist wird mehr gegessen als geputzt«, so die Zahnärztin. Dadurch sei mehr Plaque vorhanden und die Kariesgefahr steige. Studien hätten zudem gezeigt, dass die Prävalenz parodontaler Erkrankungen bei Diabetikern zwei- bis vierfach erhöht ist. Die Diabetesdauer korreliere dabei mit dem Ausprägungsgrad der Parodontitis.

 

Klimawandel lässt mehr Pollen fliegen

 

dpa / In Europa ist die Pollenmenge in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das berichtet ein internationales Forscherteam um die Ökoklimatologin Professor Dr. Annette Menzel von der Technischen Universität München auf Grundlage von Pollen-Zeitreihen aus 13 Ländern im Online-Fachjournal »PLoS ONE« (doi: 10.1371/journal.pone.0034076). Städte seien besonders betroffen: Im Durchschnitt habe der Zuwachs der Pollenmenge in urbanen Gebieten bei 3 Prozent im Jahr gelegen, in ländlichen Gegenden sei es 1 Prozent pro Jahr gewesen. Mit dem Klimawandel werde sich dieser Trend noch verstärken, erläuterten die Wissenschaftler. Wahrscheinlichste Ursache für die Zunahme sei die steigende CO2-Konzentration. Laborversuche und einige Freilandstudien hätten gezeigt, dass eine höhere Kohlendioxid-Konzentration in der Luft das Pflanzenwachstum und damit die Pollenproduktion beschleunigen könne. Mildere Temperaturen und zugewanderte Pflanzenarten sorgten zudem für eine längere Pollenflugsaison.

 

Beratung in Apotheken verbessert Impfquoten

 

PZ / Apotheker tragen dazu bei, nationale Impfziele zu erreichen. Das beweisen jetzt die Ergebnisse der sogenannten NIZA3-Studie. Das Kürzel steht für »Nationale Impfziele erreichen durch Ansprache und Aufklärung in Apotheken«. In der Studie wurden 2275 Kunden von 48 Apotheken befragt und beraten. Über-60-Jährige sowie Patienten mit Risikofaktoren sprach das pharmazeutische Personal auf die Pneumokokken- und Grippeschutzimpfung an. Nach 1970 geborene Erwachsene und Jugendliche wurden nach ihrem Impfschutz gegen Masern befragt. Drei Viertel der Befragten kannten ihren Masern- oder Pneumokokken-Impfstatus nicht oder schätzten ihn als unvollständig ein. Nur 30 Prozent waren zuvor von Arzt oder Apotheker darauf angesprochen worden. Die Aktion erlief erfolgreich: Zwei von drei Angesprochenen wollten nach dem Beratungsgespräch in der Apotheke ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Vier von zehn Angesprochenen setzten diesen Vorsatz tatsächlich in die Tat um. Praktischer Nebeneffekt: Beim vereinbarten Impftermin überprüfte der Arzt auch die anderen Standardimpfungen. Die »Initiative Präventionspartner«, die die Studie ins Leben gerufen hat, sieht darin einen Beleg, dass Apotheker in der Prävention viel bewirken können. Wer sofort loslegen möchte, dem bietet sich in der kommenden Woche ein guter Anlass: Vom 21. bis zum 27. April findet die europäische Impfwoche statt. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Masernimpfung, da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Masernausbrüchen in Europa, auch in Deutschland, gekommen ist.

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