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19.04.2011
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Narkosen bei Kleinkindern

 

PZ / Anästhesisten müssen bei Operationen von Kleinkindern besonders sorgsam vorgehen. Denn in Tierversuchen zeigte sich, dass bestimmte Narkosemittel Nervenzellen schädigen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hin. Besonders empfänglich für störende Reize sei das kindliche Gehirn zwischen siebtem Schwangerschaftsmonat und Ende des ersten Lebensjahres: Während dieser Zeit verbinden sich 100 Milliarden Nervenzellen untereinander. Studien an jungen Nagetieren und Affen erhärten den Verdacht, dass die Nervenzellen in dieser Phase durch Narkosemittel Schaden nehmen können. »Bisher belegen die Untersuchungen jedoch keinen klaren Zusammenhang zwischen einer Anästhesie und einer klinisch relevanten Neurodegeneration beim Menschen«, sagt Dr. Karin Becke von der DGAI. Untersuchungen zu den langfristigen Folgen einer Allgemeinanästhesie bei Kleinkindern lieferten bislang keine eindeutigen Ergebnisse. Anliegen der DGAI ist es, Kinder keinem Risiko auszusetzen. Deshalb sollten Ärzte in den ersten Lebensmonaten ausschließlich Operationen vornehmen, die nicht aufschiebbar sind – wie etwa bei einem Hodenhochstand. Weniger dringliche Operationen sollten für das zweite Lebensjahr geplant werden. Mehrfacheingriffe seien möglichst zu vermeiden. Vor einem Verzicht auf Narkose- oder Schmerzmittel warnt die DGAI. Dies könne Kindern schweres körperliches und seelisches Leid zufügen.

 

Hirnmasse schrumpft früh

 

dpa / Die Hirnmasse schrumpft vermutlich bereits fast zehn Jahre bevor erste Symptome einer Alzheimer-Demenz auftreten, so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. Die Wissenschaftler um Bradford Dickerson von der Harvard Medical School untersuchten dazu Gehirne von Menschen und begleiteten sie über Jahre. In die Studie wurden 65 Personen über 70 Jahre einbezogen, die zu Beginn weder Gedächtnisstörungen noch andere typische Alzheimer-Zeichen hatten. Die Forscher machten Aufnahmen des Gehirns mittels Magnetresonanztomografie (MRT). Sie konzentrierten sich dabei auf Hirnregionen, die bereits in Zusammenhang mit Alzheimer gebracht werden, und maßen deren Größe. Bei Patienten mit besonders klein ausgeprägten Hirnstrukturen in den kritischen Bereichen sei das Risiko dreimal höher als bei Studienteilnehmern mit überdurchschnittlich großer Hirnmasse dort. Jene mit einer durchschnittlichen Dicke der Großhirnareale zeigten zu 20 Prozent Alzheimer-Symptome im Verlauf. »Dies sind vorläufige Ergebnisse, die noch nicht außerhalb von Studien angewendet werden können«, betonte der Studienautor. Aber die Forscher seien optimistisch, dass sich die Größe von bestimmten Hirnregionen künftig als Marker einsetzen lässt. Die Arbeit erscheint im Fachjournal »Neurology« (doi: 10.1212/NL.0b013e3182166e96).

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