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Die persönliche Alternative zur Apotheken-Website

12.04.2017
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Per Internettagebuch zu besserer Kundenbindung: Blogs stellen eine inter­aktive Alternative zur klassischen Homepage dar. Auf die Vorzüge dieses Kommunikationsmediums wies Andreas Binninger (Foto), Inhaber der Neander-Apotheke in Düsseldorf, in seinem Vortrag beim PZ-Management-Kongress in Palma de Mallorca hin.

 

»Ich möchte die Apotheker dafür begeistern, dieses Medium mehr zu nutzen«, sagte Binninger, der unter www.qgenic.com unter anderem über Nahrungsergänzungsmittel, Sport und Gesundbleiben im Alltag informiert. Der Blog sei ein gutes Medium, um auch bei kritischen Themen eine Stimme zu haben, um Kunden mit Rat und Informationen zur Seite zu stehen, durch passende Schwerpunktauswahl mehr Zugriffe auf die eigene Homepage zu erzielen und so grundsätzlich die Kundenbindung zu stärken.

Ursprünglich in den 1990er-Jahren als eine Art Web-Tagebuch (Web-Logbuch) entstanden, hat sich diese Kommunikationsform zu einem eigenständigen Publikumsmedium entwickelt, das auch die Werbeindustrie erfolgreich nutzt, um Botschaften zu transportieren. Ein Kennzeichen eines Blogs ist Binninger zufolge die chronologische Aneinanderreihung von Webeinträgen, die die persönliche Meinung des Autors widerspiegeln. Durch den persönlichen Charakter sei eine intensivere Leser­bindung möglich als bei einer klassischen Berichterstattung. Zudem könne ein solcher Text ein Thema besser transportieren, da er den Kunden direkt anspricht. Entscheidend sei dabei, dass der Kunde oder auch potenzielle Neukunden die Homepage immer wieder aufsuchen, weil sie die Ratschläge und die Infos schätzen. »Je spannender der Inhalt, desto höher die Besucherfrequenz, desto mehr Inhalte gelangen zum Kunden«, so der Blog-Experte.

 

Die Einträge sollten in Kategorien eingeteilt und mit Schlagworten versehen sein, damit Kunden über die Google-Suche zu den jeweiligen Beiträgen auf der Homepage des Apothekers gelangen. Um im Google-Ranking weit oben zu erscheinen, ist auch eine regelmäßige Aktualisierung unabdingbar. Binninger empfiehlt hier den Montag und den Donnerstag als etablierte Tage für eine gute Nutzerfrequenz.

 

Für die Erstellung eines Blogs hält Binninger die Einbindung von Blog-Software für die beste Lösung. Dies habe den Vorteil, dass der Nutzer unter eigener Netzadresse publiziert. Als Anbieter nannte der Experte etwa Joomla, Drupal, Serendipity oder Wordpress. Diese Systeme seien schnell zu installieren, leicht zu handhaben und ermöglichten dem Autor auch via Smart­phone jederzeit den Zugriff auf sein Blog-Angebot.

 

Die Gestaltungsmöglichkeiten seien vielfältig und ebenfalls leicht umzusetzen. So könnten etwa Youtube-Videos, Fotos oder auch Audio-Dateien eingebunden werden, die das Angebot auf­lockern. Binninger betonte aber, dass dabei die rechtlichen Aspekte zu beachten sind. Neben einem notwendigen Impressum muss der Blog-Autor Fremd­inhalte mit Quellen belegen. Da auch beim Blog die journalistische Sorgfaltspflicht gilt, empfiehlt Binninger, nur vertrauenswürdige Quellen, etwa anerkannte Medien zu nutzen. Auch gelte es, Urheber- und Bildrechte zu beachten. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, kann sich von einem Webdesigner unterstützen lassen.

 

Grundsätzlich ist ein Blog für Binninger eine perfekte Möglichkeit für Apotheker, sich kundennah und aktuell zu präsentieren. Er empfiehlt, einfach loszulegen und es auszuprobieren. »Learning by doing«, ist seine Devise.

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