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Jugend musiziert ist ein Gütesiegel

10.04.2006  10:38 Uhr

Pharmacon Meran

Jugend musiziert ist ein Gütesiegel

von Barbara Haack, Regensburg

 

Was haben Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart oder Franz Liszt mit einer Veranstaltung für Apotheker zu tun? Sehr viel, wenn es um den Kongress in Meran geht, in dessen Programm ein Konzert mit jungen Künstlern auch in diesem Jahr seinen traditionellen Platz haben wird.

 

Auch in diesem Jahr werden Preisträgerinnen von »Jugend musiziert», die gleichzeitig mit dem Sonderpreis der Bundesapothekerkammer ausgezeichnet wurden, in Meran auftreten. Sehr unterschiedliche Zusammensetzungen hat die Jury den Konzertbesuchern in den vergangenen Jahren präsentiert. Diesmal dürfen sich die Musikfreunde auf eine junge Sängerin und Pianistin freuen. Der erste Preis beim Bundeswettbewerb ist dabei ein Gütesiegel, das eine hohe Begabung und die Bereitschaft zu ernsthafter Auseinandersetzung mit der Musik garantiert.

 

Seit vierzehn Jahren hat der Gesang als eigene Kategorie Einzug in den Wettbewerb »Jugend musiziert« gefunden. Der darin für junge Musiker liegende Ansporn hat dazu geführt, dass im Laufe der Jahre ein steter Qualitätsanstieg erkennbar war. Zwar sollten junge Sängerinnen und Sänger nicht ganz so früh mit der Ausbildung beginnen wie zum Beispiel Geiger oder Pianisten (aus diesem Grund liegt das Höchstalter für diese Kategorie im Wettbewerb auch einige Jahre über dem der anderen Instrumente); dennoch können auch 14-, 15- oder 16-Jährige bereits einiges mit ihrer Stimme leisten. Gerade verschiedenen Gesangssolisten, auch schon mal einem Herren-Gesangsquartett, ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Besucher der Kongress-Konzerte zu wahren Beifallsstürmen hinzureißen.

 

Die Sopranistin Paula-Maria Kunz ist inzwischen 21 Jahre alt. Schon früh kam sie nicht nur mit Musik, sondern auch mit dem Tanz in Berührung. Ab dem dritten Lebensjahr erhielt sie eine klassische Ballettausbildung. Mit 15 begann sie, neben der Schule, mit dem Gesangsunterricht an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Anregungen von verschiedenen Seiten sind wichtig im Rahmen einer musikalischen Ausbildung. So arbeitete sie außer mit ihrer ständigen Lehrerin Gudrun Bär auch mit anderen Pädagogen, unter anderem mit dem weltberühmten Countertenor Andreas Scholl. Im Ensemble ebenso wie solistisch ist Paula-Maria Kunz bereits vielfach aufgetreten. Eine besondere stimmliche wie musikalische Herausforderung war die Besetzung in der Hauptrolle von Henry Purcells Oper »Dido und Aeneas« beim Förderkurs »Jugend musiziert« im Jahr 2005. Nachdem sie 2004 ihr Abitur absolviert hat, begann sie im Herbst 2005 ihr Gesangsstudium in Basel an der Schola Cantorum Basiliensis. Ihr Programm in Meran ist außerordentlich vielfältig. So wird neben Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann auch Barockmusik zu hören sein. Schließlich beherrscht Paula-Maria auch weltweit bekannte Musical-Songs aus der Westside-Story und beschließt ihr Programm mit Leonard Bernsteins »I feel pretty«, »Somewhere« und »Tonight«.

 

Den zweiten Part des Konzertabends übernimmt eine noch jüngere Künstlerin. Anna Buchberger ist 16 Jahre jung, kann aber bereits auf eine beachtliche Karriere mit zahlreichen Erfolgen zurückblicken. Die Pianistin, die trotz aller Beachtung, die ihr Klavierspiel überall, wo sie auftritt, hervorruft, bescheiden geblieben ist, spielt ein ebenfalls buntes Programm, in dem die »Rhapsodie Espagnole« von Franz Liszt und Werke von Frédéric Chopin zu den Höhepunkten gehören. Anna Buchberger ist schon seit 2003 Jungstudentin an der Münchner Musikhochschule. Daneben besucht sie das Luisengymnasium in München. Nicht nur beim Bundeswettbewerb ist sie inzwischen Dauergast und vielfache Preisträgerin. Sie hat daneben auch an anderen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Beim renommierten internationalen Klavierwettbewerb Ettlingen 2004 war sie in der Kategorie »young pianists« die einzige Preisträgerin aus Europa. Es folgten Einladungen zu Konzerten im In- und Ausland. Und schließlich erhielt sie im Großen Wettbewerb der Münchner Musikhochschule sowohl den ersten Preis der Fachjury wie den des Publikums. Neben vielen Konzerten, Radiosendungen und Aufnahmen spielte sie im Juni 2005 anlässlich des Geburtstags des Präsidenten der bayerischen Landesapothekerkammer, Johannes M. Metzger, der auch Vorgänger von Magdalene Linz, der jetzigen Präsidentin der Bundesapothekerkammer, ist.

 

Warum die Bundesapothekerkammer nun schon im zehnten Jahr junge »Jugend musiziert«-Preisträger fördert, das begründete Magdalene Linz kürzlich in einem Interview mit der »Neuen Musikzeitung«. Es mache Sinn, anzuspornen und zu motivieren, so Linz. Gleichzeitig seien gerade die jungen Künstler mit großer Begeisterung bereit, die Kongress-Konzerte zu gestalten. Die Träger des Sonderpreises der Bundesapothekerkammer freuen sich nicht nur über einen Geldpreis, sondern auch über die Möglichkeit, vor einem großen Publikum auftreten zu dürfen. Und die Zuhörer, das hat die Erfahrung der Vergangenheit immer wieder gezeigt, lassen sich mitreißen von dem außerordentlich hohen Niveau der musikalischen Programme, das stets einhergeht mit großer Begeisterung und Engagement.

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