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Methylphenidat-Verbrauch leicht rückläufig

02.04.2014
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Von Daniela Biermann / Erstmals seit 20 Jahren ist der Verbrauch des ADHS-Mittels Methylphenidat in Deutschland nicht weiter angestiegen und sogar leicht rückläufig. Das meldet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

 

Im vergangenen Jahr haben Apotheken demnach 1803 Kilogramm Methylphenidat in Form von Fertigarzneimitteln bestellt, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. 2012 waren es noch 1839 Kilogramm. Der Wirkstoff, zum Beispiel im Präparat Ritalin® enthalten, fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. 

Das BfArM registriert jeglichen Erwerb von Me­thyl­phenidat-Präparaten durch die Apotheken über den Großhandel. Die Verordnungszahlen erfasst das BfArM zwar nicht, doch geht die Behörde von einer Korrelation zu den Verschreibungen aus. »Von einer echten Abwärtstendenz können wir derzeit sicherlich noch nicht sprechen«, kom­men­tiert Professor Dr. Walter Schwerdtfeger, Prä­si­dent des BfArM. »Gleichwohl werten wir diesen ersten leichten Rückgang nach dem mas­si­ven Anstieg der vergangenen 20 Jahre als ein positives Signal, das möglicherweise auf einen kritischeren Umgang mit Methylphenidat hindeutet.«

 

Am größten sei der Anstieg von 1999 auf 2000 mit 91 Prozent gewesen. Bis 2008 stieg der Verbrauch jährlich um durchschnittlich 17 Prozent, seit 2009 nur noch um rund 3 Prozent. Die Gründe für den Anstieg der vergangenen Jahre sind nach Angaben des BfArM vielfältig: Die Diagnosemöglichkeiten für das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) hätten sich verbessert und eine Therapie werde nun früher begonnen. Auch sei von einem gewissen Maß an Fehl- und Übertherapie auszugehen. Seit 2011 darf Methylphenidat zudem offiziell auch für erwachsene ADHS-Patienten verschrieben werden. / 

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