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Wer länger sitzt, ist früher tot

03.04.2012
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Von Annette Mende / Unabhängig davon, ob man sich sonst viel bewegt oder nicht, erhöht stundenlanges Sitzen das Risiko für einen vorzeitigen Tod. Das schreiben australische Forscher in den »Archives of Internal Medicine« (doi: 10.1001/archinternmed.2011.2174).

Demnach steigt das Sterberisiko mit der Zahl der täglich sitzend verbrachten Stunden kontinuierlich an. Der Zusammenhang war in der Studie unabhängig von Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, sportlicher Aktivität sowie bestehenden Herz-Kreislauf- und Diabetes-Erkrankungen der Teilnehmer.

In die Auswertung flossen die Daten von knapp 222 500 mindestens 45-jährigen Freiwilligen ein, die im Durchschnitt knapp drei Jahre lang beobachtet wurden. Teilnehmer, die täglich elf Stunden oder länger saßen, hatten im Vergleich zu denjenigen, die weniger als vier Stunden täglich sitzend zubrachten, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, während des Beobachtungszeit­raums zu sterben. Acht bis elf Stunden Sitzen pro Tag erhöhte das Risiko um immerhin noch 15 Prozent. Vier bis acht Stunden Sitzen täglich führte nur noch zu einem leichten Risikoanstieg um 2 Prozent.

 

Präventionsprogramme sollten daher künftig nicht mehr nur da­rauf abzielen, Menschen zu sportlicher Betätigung zu motivieren, sondern auch, die sitzend verbrachte Zeit zu reduzieren, so das Fazit der Autoren. Besonders für Büroangestellte, die während ihrer Arbeitszeit zwangsläufig viel sitzen, zählt dabei den Ergebnissen dieser Studie zufolge jede freie Minute, die nicht vor dem Fernseher, sondern mobil verbracht wird. / 

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