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Depressionen

Häufig keine volle Therapie

26.03.2014
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Von Daniela Biermann / Drei von vier Patienten, die an einer schweren Depression leiden, bekommen keine leitliniengerechte Versorgung, bestehend aus Antidepressiva und Psychotherapie. Damit werde dem Großteil der schwer Erkrankten nicht angemessen geholfen, kritisiert die Bertelsmann-Stiftung in ihrem aktuellen »Faktencheck Gesundheit«.

Ihren Zahlen zufolge erkrankt jeder fünfte Deutsche im Laufe seines Lebens an einer Depression. Derzeit leiden rund neun Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Bei 15 Prozent davon, also rund 1,35 Millionen Menschen, handelt es sich um schwere Fälle. Basis für die Studie waren die Daten von rund sechs Millionen Versicherten der Betriebs- und Innungskrankenkassen.

 

Nur Medikamente

 

18 Prozent der schwer Depressiven bekommen gar keine Therapie. 56 Prozent erhalten nur Medikamente oder nur Psychotherapie. Bei den Patienten mit chronischer Depression, unabhängig vom Schweregrad, bleiben 31 Prozent völlig unbehandelt. Nur 12 Prozent, also jeder Achte, erhält eine angemessene Therapie aus Antidepressiva plus Psychotherapie. Bei den älteren Patienten sieht die Versorgungslage noch düsterer aus: 40 Prozent der schwer Depressiven über 60 Jahre erhalten überhaupt keine Therapie. »Wenn behandelt wird, dann fast ausschließlich mit Medikamenten«, schreibt die Bertelsmann-Stiftung.

 

Vor allem die Psychotherapie kommt also zu kurz: Vielen Schwerkranken werden laut Studie ausschließlich Medikamente verschrieben. Insgesamt erhalten 28 Prozent aller Depressions-Patienten ein Antidepressivum über die in den Leitlinien geforderten mindestens neun Monate. Der Großteil der Erkrankten bekomme keinen Therapieplatz oder die Therapie sei zu kurz angesetzt. Die Wartezeit betrage durchschnittlich 17 Wochen. Die Therapieplätze müssten bedarfsgerechter verteilt werden, fordert Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

 

So zeigt die Studie, dass die Versorgungslage bundesweit sehr unterschiedlich ist. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg fielen durch hohe Diagnose-, aber niedrige Behandlungsraten auf. Doch selbst in Nordrhein-Westfalen und Hessen mit den höchsten Versorgungsquoten bekommen nur 30 beziehungsweise 29 Prozent der schwer Depressiven eine leitliniengerechte Therapie. Eine regionale Umverteilung der Therapieplätze, was sowieso schwer machbar ist, wird das Problem also nicht lösen. Vielmehr müssten mehr Netzwerke zwischen Fachkräften gebildet werden, um die Betroffenen aufzufangen, fordert die Stiftung. /

»Derzeit sind mehr als 300 angeborene Immundefekte bekannt«, sagte Professor Dr. Ulrich Baumann von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einer Pressekonferenz der Firma Shire in München. Etwa zwei Drittel der PID-Patienten hätten einen Antikörper-Mangel. Patienten mit einem Immunglobulin (Ig)-G-Mangel (Hypo- oder Agammaglobulinämie) sind hochgradig anfällig für Infektionen, zum Beispiel der Atemwege und Lunge. Dagegen seien andere Betroffene, zum Beispiel mit IgA-Mangel, klinisch meistens gesund, informierte Baumann. Umso wichtiger sei es, behandlungspflichtige Immundefekte abzugrenzen von Laborbefunden.

 

PID können sich im Kindesalter, aber auch erst später manifestieren. Der Päd­iater empfahl, hellhörig zu werden, wenn Patienten oder Eltern über ungewöhnliche Infektionen, ungewöhnlich schwere Verläufe oder Chronifizierung klagen. »Das Besondere ist nicht, dass die Kinder krank werden, sondern dass sie nicht wieder gesunden.«

 

Frühzeitig substituieren

 

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