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Gebärmutterhalskrebs

HPV-Impfung für Mädchen empfohlen

27.03.2007
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Gebärmutterhalskrebs

HPV-Impfung für Mädchen empfohlen

Von Christina Hohmann

 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine generelle Impfung gegen humane Papillomaviren für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Impfung soll die Rate von Gebärmutterhalskrebs reduzieren.

 

Wegen des »großen öffentlichen Interesses« hat die STIKO ihre Entscheidung im »Epidemiologischen Bulletin« vom 23. März ausnahmsweise vorab veröffentlicht. Üblicherweise erscheinen die Empfehlungen der Kommission erst im Juli jedes Jahres.

 

Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) mit drei Dosen sollte nach Ansicht der STIKO vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Wie lange eine Immunität anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Eventuell sind Auffrischimpfungen nötig. Auch Frauen, die älter als 17 Jahre sind, können noch von einer Immunisierung profitieren. Bei ihnen sollten die betreuenden Ärzte individuell Nutzen gegen Risiko einer Impfung abwägen, schreibt die STIKO. Inwieweit eine Immunisierung von Jungen hilft, HPV-Infektionen bei Mädchen zu verhindern, sei nicht ausreichend untersucht.

 

Der seit Oktober 2006 in Deutschland verfügbare Impfstoff Gardasil® schützt gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18, von denen 16 und 18 für etwa 70 bis 80 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich sind. Die geimpften Mädchen sollten vom Arzt informiert werden, dass es weitere krebsauslösende HPV-Typen gibt, die der Impfstoff nicht abdeckt. Daher sind die Früherkennungsuntersuchungen zum Gebärmutterhalskrebs unverändert zu nutzen.

 

Die Empfehlung der STIKO ist Grundlage für die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), ob die HPV-Impfung in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wird. Dies soll Ende Juni beschlossen werden. Schon jetzt zahlen viele Kassen die Impfung.

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