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FIP

Weltverband mit Tradition

18.03.2015
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Von Lena Keil / Seit mehr als 100 Jahren vertritt die Fédération Internationale Pharmaceutique (FIP) die Interessen von Apothekern auf der ganzen Welt. Die Organisation sieht sich als Dienstleister für den pharmazeutischen Berufsstand. Im Herbst findet der alljährliche FIP-Kongress zum dritten Mal in Deutschland statt.

1912 wurde der Weltapothekerverband in Den Haag als Interessenvertretung gegründet. Inzwischen zählen 132 Organisationen zu den Mitgliedern der Vereinigung, die damit für die Interessen von mehr als drei Millionen Apothekern und Wissenschaftlern steht. Vertreten werden diese durch das sogenannte Council, das höchste Organ der FIP. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zählt zu den fünf größten Mitgliedsorganisationen dieses Entscheidungsgremiums. An dessen Spitze steht seit September 2014 mit Carmen Peña erstmals eine Frau.

 

Globales Gremium

 

Als Repräsentant für die selbstständigen und angestellten Pharmazeuten in Wissenschaft, Forschung und Apotheke bildet die FIP eine Art globales Gremium der Pharmazie. Eine ihrer Hauptaufgaben sieht die Organisation darin, die national unterschiedlichen Entwicklungen der Pharmazie im Interesse der internationalen Gesundheit zusammenzuführen. Demnach stehen die Förderung pharmazeutischer Dienstleistungen und die Verankerung der Apotheker als Partner im Gesundheitswesen im Vordergrund. »Die FIP will das Ansehen der Apotheker in der Welt stärken und den Beruf zukunftsfähig machen.«, erklärte Karin Graf, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der ABDA. Graf vertritt im Vorstan­d des Weltverbands die Offizin­apotheker. Die Entwicklung honorierter pharmazeutischer Dienstleistungen, weg von reiner Logistik und Abgabe, sei der Organisation dabei ein echtes Anliegen.

Ihre Positionen vertritt die FIP auch gegenüber der Politik. Sie verabschiedet Standards, Leitlinien, ethische Codices und gemeinsame Resolutionen, mit denen die Organisation die Politik von ihren Zielen überzeugen will. Zum einen dienten diese den Apothekern als Hilfestellung in der täglichen Praxis, zum anderen würden sie den pharmazeutischen Organisationen helfen bei der nationalen Lobbyarbeit, sagte Graf. Ein Schwerpunkt liege dabei auf den möglichen Tätigkeitsfeldern von heute und morgen. FIP-Präsidentin Peña hatte vor dem Amtsantritt zudem ihr besonderes Interesse am Thema Bildung betont. »Der Aufbau eines pharmazeutischen Personalbestands, der kompetent, verantwortungsvoll und von Gesellschaft und Kollegen anderer Zweige akzeptiert ist, wird die Gesundheitssysteme unserer Länder durch die Senkung der Morbidität, Mortalität und Kosten effizienter machen«, hatte Peña in einem Wahlaufruf geschrieben.

 

Zusammenarbeit mit WHO

 

Darüber hinaus möchte die FIP Reformen in Entwicklung, Vertrieb und Gebrauch von Medikamenten anstoßen. In einer Grundsatzerklärung zur Verbesserung des weltweiten Zugangs zu qualitativ hochwertigen und gleichzeitig kostengünstigen Medikamenten hat die FIP zudem beschlossen, einen »leichteren Transfer von Wissen, Fachverstand und Informationen aus Industrie- in Entwicklungsländer« zu unterstützen. Zur Erreichung ihrer Ziele arbeitet sie unter anderem mit der UNESCO, der Welt-Ärzteorganisation und insbesondere mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammen. FIP und WHO engagieren sich im Kampf gegen Arzneimittelfälschungen. Weitere Themen sind die Arzneimittelqualität und -sicherheit, sowie die Verfügbarkeit essenzieller Arzneimittel.

 

Der Beruf der Apotheker hat sich über die Jahre gewandelt. »Früher lag der Fokus auf der Herstellung von Arzneimitteln, heute stehen der Patient und seine Beratung im Mittelpunkt«, sagte Peña in einem Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung zu Beginn des Jahres. Das beeinflusst auch die Ausrichtung der FIP. »Der jährliche Kongress bietet nicht nur die Möglichkeit, sich fortzubilden und über den nationalen Tellerrand zu schnuppern, sondern soll allen Apothekern aus allen Bereichen die Möglichkeit des interdisziplinären Austauschs bieten«, sagte Graf. /

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