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Exportschlager Gesundheitskarte

15.03.2007
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Exportschlager Gesundheitskarte

dpa  Die geplante elektronische Gesundheitskarte kann aus Sicht des Chipkartenherstellers Giesecke & Devrient ein »Exportschlager« werden.

 

»Die Vorteile vor allem für den Patienten sind immens, außerdem hilft die Karte, die Kosten im Gesundheitswesen zu verringern«, sagte Hans Wolfgang Kunz, Mitglied der Geschäftsführung bei Giesecke & Devrient, auf der Computermesse CeBIT in Hannover. »Die elektronische Gesundheitskarte ist ein Thema für viele Länder.« Ein Erfolg der Karte in Deutschland wäre dabei wichtig.

 

Kunz geht nicht mehr davon aus, dass die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland scheitert, wenngleich er einräumt, dass es zum Teil berechtigte Einwände gibt. Die Karte soll von der zweiten Jahreshälfte 2008 an schrittweise flächendeckend eingeführt werden. Giesecke & Devrient ist einer von mehreren Herstellern, die die Karte entwickeln. Die Gesundheitskarte wird seit einigen Wochen in zwei Regionen in Schleswig-Holstein und Sachsen getestet. Im Test seien derzeit etwa 18.000 Karten, sagte Kunz. »Die technischen Probleme sind gelöst.« Jetzt komme es vor allem darauf an, die Infrastruktur zu schaffen. So verfügten viele Arztpraxen noch nicht über für die Benutzung der Karte notwendigen Geräte. Zudem müsse entschieden werden, was alles auf der Karte gespeichert werden soll. Dabei sei der Datenschutz ein großes Thema.

 

Giesecke & Devrient sieht für sich selbst ein großes Potenzial bei der elektronischen Gesundheitskarte. »Wir wollen bei der Karte auf einen Anteil von 40 Prozent kommen«, sagte Kunz. Rund 80 Millionen Versicherte in Deutschland sollen eine elektronische Gesundheitskarte bekommen. Zu den Kosten für die Einführung der Karte wollte sich Kunz nicht äußern. Die Krankenkasse DAK geht von Kosten in Höhe von 1,4 Milliarden Euro aus.

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