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Linkspartei

Ärzte sollen EGK stoppen

22.10.2013  17:58 Uhr

Von Stephanie Schersch / Die Linkspartei will die elektronische Gesundheitskarte (EGK) stoppen. In einem offenen Brief appellieren Linken-Gesundheitsexpertin Kathrin Vogler und Fraktionsvize Jan Korte an die Ärzte, das Projekt zu blockieren. Patienten und Mediziner wehrten sich seit Jahren zu Recht gegen den neuen Versichertenausweis, heißt es in dem Schreiben.

 

Schließlich verursache die Karte Milliarden Euro Kosten und setze die Sicherheit von Patientendaten aufs Spiel. Auch die Ärzte würden zusätzlich belastet, letztlich komme es damit »zu einer Verschlechterung der Behandlungsqualität statt zu einer Verbesserung der Versorgung«, so Vogler und Korte.

Ab Januar Pflicht

 

Anfang Oktober hatten sich der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darauf geeinigt, die EGK ab Januar 2014 zur Pflicht zu erklären. Ärztliche Behandlungen können dann nur noch bei Vorlage des neuen Versichertenausweises in Anspruch genommen werden. Die alten Karten verlieren ihre Gültigkeit, unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum. Wer ohne EGK zum Arzt kommt, wird zwar nicht abgewiesen. Der Pa­tient muss den Versichertennachweis aber innerhalb von zehn Tagen nachreichen, andernfalls werden ihm die Kosten privat in Rechnung gestellt.

 

Bis Ende Dezember sollen nun auch die letzten Versicherten den neuen Kassenausweis bekommen. Die Einführung der Karte war in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben worden, unter anderem aufgrund von Sicherheitsbedenken. Darüber hinaus gibt es großen Widerstand gegen das Projekt, auch in der Ärzteschaft. Die Kassen wollten die elektronische Gesundheitskarte nun offenbar mit Zwang durchsetzen, heißt es in der Linksfraktion. Es liege jetzt in der Hand der Ärzteschaft, die elektronische Gesundheitskarte zu stoppen. Sie sollten in ihren Gremien darauf hinwirken, die Vereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und KBV rückgängig zu machen, fordern Vogler und Korte. /

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