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Köln

Todesfall durch Lassa-Fieber

16.03.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / An der Uniklinik Köln ist ein US-amerikanischer Patient an Lassa-Fieber gestorben. Experten rechnen nicht mit weiteren Infektionen. Ein Verdacht auf eine Sekundärinfektion wurde mittlerweile ausgeräumt.

Bei dem Todesfall handele es sich um einen 46-jährigen amerikanischen Staatsbürger, der als Krankenpfleger in Togo gearbeitet habe. Nach Angaben des Krankenhauses war der Patient mit der Diagnose Malaria direkt aus Afrika nach Köln überwiesen worden, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Wenige Stunden später sei er gestorben. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin habe post mortem die Verdachtsdiagnose Lassa-Fieber gestellt.

Das Lassa-Fieber zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Ausgelöst wird es durch Lassa-Viren, die zu den Arenaviren zählen. Die typischen Symptome umfassen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Konjunktivitis sowie Husten, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Die Infektion verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch oder mild, sie kann in seltenen Fällen aber auch tödlich enden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) müssen Erkrankte strikt isoliert werden.

 

Lassa tritt in mehreren Ländern Westafrikas auf. In Deutschland kommt die Krankheit nur äußert selten vor, wenn sie durch Reisende aus Endemiegebieten eingeschleppt wird. Das RKI zählt bislang für Deutschland nur fünf derartige Krankheitsfälle auf (Stand Oktober 2011).

 

Übertragen wird das Virus in Endemiegebieten von infizierten Nagetieren, die den Erreger vor allem über den Urin ausscheiden. Menschen stecken sich oft über verseuchte Nahrungsmittel an. Aber auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, etwa über Blut, Speichel, Erbrochenes oder Urin. In Nigeria hat ein Ausbruch des Lassa-Fiebers seit dem vergangenen August mehr als 100 Menschen das Leben gekostet.

 

Folgeinfektionen ausgehend von dem Kölner Patienten halten Experten aufgrund der geringen Transmissionsrate für unwahrscheinlich. 45 Personen, mit denen der Patient Kontakt hatte, werden dennoch engmaschig beobachtet, darunter 33 Mitarbeiter des Uniklinikums. Bei einer Kontaktperson bestand kurzfristig der Verdacht auf eine Ansteckung mit den Lassa-Viren. Der Mann wurde daraufhin in die Uniklinik Düsseldorf verlegt. Der Verdacht konnte inzwischen ausgeräumt werden. /

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