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Bionorica

»Forschung zeigt Wirkung«

12.03.2014
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Von Daniel Rücker, Düsseldorf / Wie in jedem Jahr stellte der Phytopharmaka­hersteller Bionorica Anfang März seine Bilanz des Vorjahres in einem Düsseldorfer Hotel vor. Das Unternehmen hat seinen Marktanteil gesteigert, neue Mitarbeiter eingestellt und einen Umsatzrekord eingefahren.

Auch 2013 ging es mit Bionorica weiter steil bergauf. Mit einem Umsatzplus von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wuchs das Unternehmen aus dem bayerischen Neumarkt deutlich stärker als der Markt. Der Nettoumsatz lag bei 232,9 Millionen Euro. Dabei war das Wachstum in Deutschland mit einem Plus von 23,4 Prozent auf nunmehr 98 Millionen Euro besonders stark. Das Unternehmen wuchs in Deutschland viermal schneller als der deutsche Phytomarkt, obwohl der mit 5,4 Prozent auch einen ordentlichen Zuwachs verzeichnen konnte.

 

Marktanteil soll weiter steigen

 

Nach Firmenangaben hat das Unternehmen nun einen Marktanteil von 12,5 Prozent am deutschen Phytopharmakamarkt und ist damit nicht nur die Nummer eins in Deutschland, sondern auch in Europa. Für den Unternehmensinhaber Professor Michael Popp sind aber selbst diese Zahlen nur Durchgangsstationen. Spätestens im Jahr 2018 soll Bionorica einen Umsatz von 500 Millionen Euro erzielen, kündigte er an.

 

Von Christina Hohmann-Jeddi / Auf dem Weg zu einer Stuhltransplantation in Kapselform ist US-amerikanischen Forschern ein wichtiger Fortschritt gelungen. Sie haben in einer klinischen Studie gezeigt, dass auch gefriergetrocknete und gefrorene ­Stuhlproben effektiv gegen rezidivierende Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) wirken.

Wesentlicher Grund für das stetige Wachstum des Unternehmens sei die intensive Forschung. Das Unternehmen arbeitet weltweit mit rund 500 Universitäten und anderen Forschungs­ein­rich­tungen zusammen. Fast ein Sechstel seines Umsatzes investiert der Hersteller in Forschung und Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und anderen Forschungsunternehmen in der Region. Im Mittelpunkt steht dabei ein Projekt, in dem mehr als 100 Heilpflanzen auf ihr pharmazeutisches Potenzial untersucht werden.

 

Beim Marketing geht Bionorica einen eher ungewöhnlichen Weg. Publikumswerbung macht das Unternehmen fast gar nicht. Stattdessen setzt man auf Ärzte und Apotheker als Multiplikatoren. Diese sollen die Qualitätsmerkmale der Präparate kommunizieren. Das Unternehmen kann sich diese unkonventionelle Strategie leisten, weil es in Forschung und Entwicklung mit dem Phytoneering-Konzept auf vergleichsweise hohe Qualitätsstandards setzt. Das Saatgut besteht aus Klonen derselben Pflanze. Der Anbau ist standardisiert, die Her­stel­lung folgt eigenen Extraktionsverfahren. Bionorica gehört zu den wenigen Phyto­phar­maka-Unternehmen, die selbst klinische Untersuchungen machen. Die Steigerungsraten belegen, dass das Konzept aufgeht. »Forschung zeigt Wirkung«, stellte Popp deshalb bei der Bilanzpressekonferenz nicht unzufrieden fest.

 

Das wichtigste Präparat des Unternehmens ist Sinpuret®. Damit erwirtschaftet Bionorica hierzulande fast drei Viertel des Umsatzes. International liegt der Anteil bei einem Drittel. Hier ist Canephron® mit 40 Prozent führend.

 

Ausbau der Phytotheken

 

Angesichts der zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten ist es keine Überraschung, dass das Unternehmen auch beim Personal weiter zulegt. Im vergangenen Jahr hatte Bionorica weltweit 1337 Mitarbeiter, das waren 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon arbeiten 724 in Deutsch­land und 613 in anderen Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, unter anderem Russland, Ukraine, Kasachstan, China oder Weißrussland.

 

Zufrieden ist Popp mit der Entwicklung der Phytothek. Derzeit gebe es in Deutschland rund 700 Phytotheken, in denen Apotheken ihre pflanzlichen Arzneimittel anbieten können. Bis spätes­tens 2016 sollen es 1500 sein, kündigte Popp an. Nach dem Erfolg in Deutschland will Bionorica das Konzept auch in anderen Ländern anbieten. In Russland gibt es bereits einige Pilot-Phytotheken. /

Die fäkale Mikrobiota-Transplantation ist ein effizientes Verfahren zur Therapie von schweren chronisch-rezidivierenden CDI. Hierbei werden die Darmbakterien aus dem Stuhl eines Gesunden in den Darm eines CDI-Patienten übertragen, um die Fehlbesiedlung dort auszugleichen. Bislang wird für dieses Verfahren frisches Material verwendet, was rasch gereinigt und aufbereitet werden muss. Das wirft einige logistische Schwierigkeiten auf.

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