Pharmazeutische Zeitung online

Meldungen

15.03.2011  13:57 Uhr

Sport schützt vor Polypen

 

PZ / Eine Metaanalyse bestätigt den positiven Effekt von Bewegung auf die Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen und Adenome. Bislang war nur eindeutig belegt, dass Sport späteren Stadien des Kolonkarzinoms vorbeugt. Die Studienlage zu Darmpolypen war dagegen nicht so eindeutig. In einer Metaanalyse von 20 Studien konnten US-amerikanische Wissenschaftler jetzt jedoch zeigen, dass die sportlichste Gruppe eine relative Risikoreduktion um 16 Prozent gegenüber Sportmuffeln hat. Das Risiko für größere, fortgeschrittenere Polypen sinkt sogar um 35 Prozent. Der Effekt trat bei Männern und Frauen gleichermaßen auf.

 

Eine konkrete Empfehlung, wie viel Bewegung täglich angebracht ist, geben die Wissenschaftler nicht. Sie vermuten, dass Bewegung während der gesamten Krebsentwicklung einen positiven Effekt hat. Als Mechanismus ist eine Hemmung von Entzündungsreaktionen und des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors mit reduzierter Hyperinsulinämie sowie eine Stärkung der Immunabwehr wahrscheinlich, schreiben die Forscher um Dr. Kathleen Wolin im »British Journal of Cancer« (doi: 10.1038/sj.bjc.6606045).

 

Bluttest entdeckt Emphysem

 

PZ / Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf ein sich entwickelndes Lungenemphysem geben, noch bevor Symptome erscheinen. Dies könnte Raucher motivieren, mit dem Laster aufzuhören, um bleibende Schäden zu vermeiden. Unter einem Emphysem wird eine irreversible Überblähung der kleinsten luftgefüllten Strukturen in der Lunge, der Alveolen, verstanden. Die Erkrankung entsteht, wenn verschiedene Schadstoffe (unter anderem Tabakrauch) die Lungenbläschen schädigen. Die kleinen Kapillaren, die die Alveolen umgeben, werden ebenfalls angegriffen. Die dabei auftretenden Zelltrümmer würden mit dem Blutstrom abtransportiert und müssten in einem Bluttest nachweisbar sein, folgerten Ronald Crystal und seine Kollegen vom Weill Cornell Medical College und suchten nach sogenannten endothelialen Mikro­partikeln (EMP) im Blut. Da sich die Blutgefäße ständig erneuern, sind sie bei jedem Menschen im Blut zu finden. Auf ein Emphysem weisen daher nur erhöhte Konzentrationen hin. Um ihre These zu prüfen, untersuchten die Forscher gesunde Nichtraucher, gesunde Raucher und Raucher mit ersten Anzeichen von Lungenschäden sowohl mittels Bluttest als auch mittels DLCO, einem nicht invasivem, apparativem Verfahren, das Emphyseme detektieren kann. Es bestand eine 95-prozentige Korrelation zwischen erhöhten EMP-Werten und auffälligen DLCO-Testergebnissen, berichten die Forscher im »American Journal of Respiratory Critical Care Medicine«. Ein Bluttest hätte den Vorteil, dass der EMP-Wert bei Routineblutuntersuchungen schnell und preisgünstig mitbestimmt werden könnte, während der DLCO-Test angeordnet und vom Lungenspezialisten durchgeführt werden muss, wenn ein Verdacht vorliegt, so Crystal. Sein Team plant weitere Studien, um die Ergebnisse zu validieren.

Mehr von Avoxa