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Methylphenidat fördert Lernfähigkeit

16.03.2010
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PZ / Methylphenidat, das zur Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) eingesetzt wird, kann nicht nur die Konzentration steigern, sondern sich auch positiv auf Lernprozesse auswirken. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Wissenschaftler der University of California (Nature Neurosci.: 2010, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1038/nn.2506).

 

Im Tierversuch konnte das Team um die Neurowissenschaftlerin Kay Tye zeigen, dass Methylphenidat verschiedene Dopaminrezeptoren im Gehirn angreift. Für ihre Untersuchungen ließen sie mit Methylphenidat behandelte Ratten mehrere Trainingsaufgaben absolvieren, während gleichzeitig entweder der D1- oder der D2-Rezeptor im Gehirn der Tiere blockiert wurde. Je nachdem, welcher der beiden Rezeptoren gehemmt wurde, verbesserte der Wirkstoff den Lernprozess oder die Konzentration der Tiere.

Bei einer anschließenden Untersuchung des Hirngewebes der Ratten stellte sich heraus, dass Methylphenidat offenbar die neuronale Plastizität, also die Stärke der synaptischen Übertragungen im Gehirn, erhöht. Damit wird die Gehirnfunktion noch effektiver. Mithilfe der Erkenntnisse hoffen die Studienautoren, neue Medikamente entwickeln zu können, die gezielt auf einen der beiden Effekte ausgerichtet sind und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen haben. /

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