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Generika

Merck-Generika heiß begehrt

12.03.2007
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Merck-Generika heiß begehrt

Von Thomas Bellartz

 

Seit Montag ist die Angebotsfrist für die Generika-Sparte des Darmstädter Unternehmens Merck ausgelaufen. Mehrere Großkonzerne wollen in einen Bieterwettstreit einsteigen.

 

Die beiden indischen Pharmaunternehmen Ranbaxy und Cipla bieten für die Generika-Sparte des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck. Das teilten beide Unternehmen am Dienstag in Neu Delhi mit. Nach indischen Analysten-Schätzungen wollen beide rund sechs Milliarden US-Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) zahlen. Der Konkurrent Dr. Reddy hatte sich nach eigenen Angaben wegen des hohen Kaufpreises aus dem Bieterprozess zurückgezogen. Ein Sprecher von Merck wollte dies am Dienstag nicht bestätigen. »Wir kommentieren den Prozess nicht«, sagte er. Am Montag war die Angebotsfrist für die Generika-Sparte ausgelaufen.

 

Eine ganze Reihe von Unternehmen wird sich in den kommenden Wochen bemühen, die schwergewichtige Merck zu übernehmen. Immerhin bietet sich damit zunächst die vorerst letzte Chance, im zunehmend globalisierten Generikageschäft ein Wörtchen mitzureden.

 

Ranbaxy werde von Goldman Sachs und Citigroup, Cipla von einem Konsortium aus Finanzinvestoren beraten, berichtete eine indische Zeitung. Merck hofft unbestätigten Angaben zufolge bei einem Verkauf auf einen Erlös von fünf Milliarden Euro. Die bietenden Unternehmen, darunter auch der isländische Actavis-Konzern, gehen dem Vernehmen nach davon aus, dass der Kaufpreis bei unter fünf Milliarden Euro liegen werde.

 

Merck hatte zuletzt gezielt mögliche Interessenten angesprochen. Die Unternehmensführung will bis zur Jahresmitte über die Zukunft der Generika-Sparte entscheiden. Merck ist nach eigenen Angaben weltweit die Nummer drei unter den Generika-Herstellern. Die Umsätze in diesem Bereich stiegen 2006 um 6,9 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 29 Prozent auf 307 Millionen Euro.

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