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Krebszellen mit »Nase« erhöhen Risiko für Metastasen

06.03.2018
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Nicht allein die Anzahl der wandernden Krebszellen entscheidet über das Metastasierungsrisiko, sondern vor allem ihre Eigenschaften. Zellen mit einer speziellen Polarisierung, die eine Art Nase ausbilden, sind besonders gefährlich, berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) im Fachjournal »Nature Communications« (DOI: 10.1038/s41467-018-03139-6).

 

Das Team um Professor Dr. Mathias Heikenwälder entdeckte, dass ein Teil der zirkulierenden Tumorzellen bei Mäusen eine bestimmte Polarität aufweist. »Das sieht unter dem Mikroskop aus, als ob die Zellen eine Art Nase hätten«, beschreibt Heikenwälder in einer Mitteilung des DKFZ.

 

»Diese Polarität scheint dazu beizutragen, dass die in der Blutbahn zirkulierenden Krebszellen aus Blutgefäßen wieder in das Körpergewebe eindringen können«, erklärt Anna Lorentzen, Erstautorin der Veröffentlichung. Die Zellen docken mit der »Nase« an die Endothelschicht an, die die Gefäße auskleidet. Daraufhin wird der Pol an die der Andockstelle gegenüberliegende Seite geschoben und die Tumorzelle wandert durch die Endothelschicht ins Gewebe. Zellen, bei denen die Polarisierung unterbunden wurde, waren sowohl in der Kulturschale als auch in Mäusen nicht mehr in der Lage, sich effizient an Gefäßwandzellen anzuheften. Die DKFZ-Forscher hoffen, dass die neuen Erkenntnisse zur Entwicklung von Arzneistoffen betragen können. »Wir haben einen Zusammenhang gefunden, der sich möglicherweise künftig dazu nutzen lässt, das Metastasierungsrisiko bei Krebspatienten nicht nur besser vorherzusagen, sondern auch zu vermindern«, betont Heikenwälder. /

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