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Marktanalyse

Mehr biologische Medikamente

08.03.2017
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Von Jennifer Evans / Bei den Spezialtherapeutika werden vor allem biologisch hergestellte Medikamente in Zukunft bedeutsamer. Im Bereich Innovationen verzeichnete das Apothekensegment hierzulande ein Umsatzplus.

Im Pharmamarkt spielen Spezialtherapeutika eine immer größere Rolle für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Das geht aus Analysen des Marktforschungsunternehmens QuintilesIMS hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurden.

Bis 2020 wird demnach der globale Pharmamarkt jährlich zwischen 4 und 7 Prozent wachsen. Das geht laut Auswertung hauptsächlich auf Spezialtherapeutika zurück. Vor allem jene »zur Bekämpfung von Krebs- und Autoimmunkrankheiten werden das erwartete Umsatzwachstum des Pharmamarktes im mittleren einstelligen Bereich befördern«, sagte Susanne van der Beck von QuintilesIMS. Teil davon seien Biopharmazeutika. Die Marktpräsenz der sogenannten Biosimilars verlaufe zwar »sehr zögerlich, insgesamt jedoch kontinuierlich«, so van der Beck. Der positive Trend für diese Nachbauten originaler Biologika gelte auch für den deutschen Arzneimittelmarkt.

 

Laut QuintilesIMS entfielen 2016 im Bereich Innovationen insgesamt 87 Prozent des Arzneimittelumsatzes hierzulande auf den Apothekenmarkt und 13 Prozent auf den Kliniksektor. Im Apothekensegment wuchs der Umsatz um rund 4 Prozent. Mehr als 52 Prozent davon verteilten sich auf drei Arzneigruppen. Das betreffe mit einem Anteil von 20 Prozent Medikamente zur Blutgerinnung, sogenannte direkte Faktor Xa-Inhibitoren, die nach Schlaganfällen oder bei Thrombosen eingesetzt werden. Weitere 17 Prozent machten antineoplastische monoklonale Antikörper für die Krebstherapie aus und 15 Prozent seien Tumorwachstum hemmende antineoplastische Proteinkinasehemmer. Ein weiteres knappes Viertel des Gesamtwachstums entfallen den Analysen zufolge auf Anti-TNF-Präparate zur Therapie von schweren entzündlichen Erkrankungen wie etwa rheumatoide Arthritis oder der Darmkrankheit Morbus Crohn. Für systemische Medikamente gegen die Hauterkrankung Psoriasis sind es 10 Prozent.

 

Arzneimittelmarkt 2016

 

Im Jahr 2016 ist laut Analyse der Arzneimittelmarkt der Gesetzlichen Krankenversicherung einschließlich Diagnostika (ohne Impfstoffe) nach Umsatz um 3,5 Prozent auf rund 37 Milliarden Euro angestiegen. Demnach verschrieben die meisten Arzneimittel Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die Unterschiede hingen mit der Morbidität der Bevölkerung zusammen sowie den unterschiedlichen Versorgungsvorgaben der Kassenärztlichen Vereinigungen vor Ort. Einsparungen durch diverse Nachlässe pharmazeutischer Hersteller beliefen sich 2016 auf eine Summe von über 6,5 Milliarden Euro. Erstmals überstieg das Einsparvolumen aus Erstattungsbeträgen im vergangenen Jahr die Milliardenmarke. /

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