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Andreas Gassen ist neuer KBV-Chef

04.03.2014
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Von Yuki Schubert / Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Düsseldorfer Orthopäde Andreas Gassen wurde vergangene Woche in Berlin von der Vertreterversammlung (VV) zum Nachfolger von Andreas Köhler gewählt.

 

Der 51-jährige Gassen ist kein Neuling, da er bereits seit März 2011 als stellvertretender VV-Vorsitzender tätig ist. Wie der KBV mitteilte besteht die VV aus 24 Fachärzten, 24 Hausärzten, 6 Psychotherapeuten und 6 nichtärztlichen Mitgliedern. Bei seiner Wahl erhielt Gassen 41 von 57 gültigen Stimmen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Seine Amtszeit beträgt drei Jahre.

 

Gassens Vorgänger Köhler war seit 2005 Vorstandsvorsitzender der KBV gewesen. Im November hatte er einen Herzinfarkt erlitten und Mitte Januar schließlich mitgeteilt, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zum 1. März abzugeben. Innerhalb des Vorstands der KBV soll es während Köhlers Amtszeit mehrfach zu Auseinandersetzungen gekommen sein. So hatte es sogar einen Abwahlantrag gegen Köhler und die KBV-Vize-Vorsitzende Regina Feldmann gegeben. Allerdings war dieser im Dezember letzten Jahres in der Vertreterversammlung abgelehnt worden.

 

»Wir müssen die Phase der inneren Auseinandersetzung überwinden«, sagte der neue KBV-Chef Gassen nun. Er wolle sich auf Herausforderungen konzentrieren, wie die Sicherung der wohnortnahen ambulanten Versorgung und die Entwicklung von Strate­gien gegen den drohenden Ärztemangel. Auch der künftigen Zusammenarbeit mit der Hausarzt-Vertreterin und Co-Vorsitzenden Feldmann sieht Gassen positiv entgegen. /

Von Daniela Hüttemann / In zwei laufenden Studien mit Typ-2-Diabetikern wurde unter Einnahme des SGLT2- Inhibitors Canagliflozin (Invokana®) ein Anstieg von Amputationen der unteren Gliedmaßen, insbesondere der Zehen, im Vergleich zu Placebo beobachtet.

 

Das berichtet der Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). An den Studien CANVAS und CANVAS-R nehmen vor allem Diabetiker mit hohem Risiko für Herzprobleme teil.

In klinischen Studien mit anderen Vertretern dieser Wirkstoffklasse, Dapagliflozin (Forxiga®) und Empagliflozin (Jardiance®), sei ein solcher Zusammenhang bislang nicht beobachtet worden. Trotzdem schließt der PRAC ein ähn­liches Risiko für diese Arzneistoffe nicht aus; die Datenlage sei bislang dünn. Auch ein möglicher Mechanismus sei noch unklar. Bekannt ist dagegen, dass eine schlechte Blutzuckereinstellung oder vorbestehende Herz- und Gefäßprobleme das Risiko für Infektionen und Geschwüre erhöht.

 

Der PRAC empfiehlt nun, eine Warnung vor einem erhöhten Risiko von Amputationen, insbesondere der Zehen, in die Fachinformation aller drei Arzneistoffe sowie entsprechender Kombipräparate aufzunehmen. Damit verbunden ist der Hinweis, dass Ärzte und Patienten präventiv auf eine routinemäßige Fußpflege achten sollen.

 

In der Fachinformation von Cana­gliflozin sollen Amputationen der unteren Gliedmaßen als gelegentliche Nebenwirkung (1 bis 10 Fälle pro 1000 Patienten) aufgelistet werden. Der behandelnde Arzt sollte erwägen, eine Canagliflozin-Behandlung zu stoppen, falls an den Füßen des Patienten Komplikationen wie Infektionen oder Geschwüre auftreten. Ob diese Warnhinweise umgesetzt werden, müssen nun der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA und die EU-Kommission entscheiden. /

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