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06.03.2012  16:35 Uhr

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Lebererkrankungen gefährden Fahrtüchtigkeit

 

PZ / Menschen mit chronischen Lebererkrankungen sind in vielen Fällen nicht fahrtüchtig. Davor warnt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin in einer Pressemitteilung. »Viele Patienten mit Leberzirrhose entwickeln eine hepatische Enzephalopathie«, sagt Professor Dr. Dieter Häussinger von der Universität Düsseldorf. Diese beginne in der Regel schleichend. Anfangs sei die Konzentration gestört, die Aufmerksamkeit lasse nach und die Reaktionsfähigkeit nehme ab. Der Grund dafür sei, dass die Leber bei einer Zirrhose immer weniger in der Lage sei, Gifte wie Ammoniak und andere Substanzen aus dem Blut zu entfernen. Die Zellgifte werden ursprünglich von Darmbakterien abgesondert und gelangen über den Blutweg ins Gehirn. Eine effektive Therapie ist mit Lactulose und Antibiotika möglich. Darauf weist Professor Dr. Joachim Mössner vom Uniklinikum Leipzig hin. Lactulose begünstigt das Wachstum von Darmbakterien, die Milchsäure statt Ammoniak produzieren. Zudem beschleunigt das synthetische Disaccharid die Darmpassage und führt zu einer osmotischen Diarrhö. Dadurch bessere sich der Schweregrad der Enzephalopathie. Ein zusätzlich gegebenes Antibiotikum bekämpft ferner die schädlichen Darmbakterien.

 

ADHS bei Jüngeren oft fehldiagnostiziert

 

PZ / Die jüngsten Kinder einer Schulklasse bekommen häufiger die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gestellt als ihre älteren Klassenkameraden. Das ergab die Auswertung der Daten von fast einer Million kanadischer Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Autoren um Richard L. Morrow sind jedoch der Meinung, dass bei den jüngeren Kindern häufig zu unrecht ADHS diagnostiziert wird. Sie seien vermutlich in ihrer Entwicklung meist einfach noch nicht so weit wie ihre Klassenkameraden, die bis zu einem Jahr älter sein können. Für ihre Analyse setzten die Forscher Geburtsdatum und Einschulungsjahr der Kinder ins Verhältnis zu ADHS-Diagnosen und -Medikation. Stichtag für die Einschulung ist in British Columbia der 31. Dezember. Für Schüler einer Klasse, die im Dezember geboren wurden, lag die Diagnose-Häufigkeit um 39 Prozent höher als bei im Januar geborenen Klassenkameraden. Sie bekamen fast doppelt so häufig ADHS-Medikamente wie die elf Monate älteren Kinder. Bei Mädchen war der Effekt deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen, schreiben die Wissenschaftler im »Canadian Medical Association Journal« (doi: 10.1503/cmaj.111619).

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