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Schlafmangel verändert Genaktivität

26.02.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Schlafmangel beeinflusst die Aktivität von mehr als 700 Genen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Derk-Jan Dijk von der britischen Universität von Surreys. Schlafmangel und Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus machen nicht nur unkonzentriert und übellaunig, sondern sind auch mit einer Reihe von Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.

 

Der zugrunde liegende Mechanismus ist bislang nicht bekannt. Um herauszufinden, welchen Einfluss Schlafmangel auf die Genaktivität hat, ließen Dijk und seine Kollegen ihre Probanden, 14 Männer und 12 Frauen, in einem Schlaflabor eine Woche lang nur durchschnittlich 5,7 Stunden pro Nacht schlafen und nahmen ihnen anschließend Blut ab. In diesen Proben untersuchten sie die Aktivität aller Gene, anhand der vorhandenen Genabschriften (mRNA). Alle mRNA-Moleküle, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Zelle vorliegen, werden als Transkriptom bezeichnet. Das Transkriptom nach unzureichendem Schlaf verglichen die Forscher mit dem Transkriptom nach einer Woche ausreichendem Schlaf.

 

Dabei zeigte sich, dass Schlafmangel die Aktivität von 711 Genen beeinflusst, was 3 Prozent aller menschlichen Gene entspricht. Das berichten die Forscher im Fachjournal »Proceedings« der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas.1222878110). 444 Gene waren herunterreguliert und 267 hochreguliert. Betroffen waren neben Genen der Chromatin-Modifizierung und Regulation der Genexpression auch einige für den Stoffwechsel, für Entzündungen, Immun- und Stressantworten verantwortliche Gene. /

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