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Diabetestherapie

Dreifach wirkt besser

24.02.2016
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Die Therapieoptionen für Menschen mit Typ-2-Diabetes werden vielfältiger. »Es ist zu hoffen, dass damit auch eine bessere Stoffwechseleinstellung gelingt«, sagte Dr. Thorsten Siegmund vom Klinikum Bogenhausen in München bei einer Pressekonferenz zur Tagung »Diabetologie grenzenlos« in München.

 

Gemäß dem Konsensus-Statement der US-amerikanischen und europäischen Diabetesgesellschaften ADA und EASD aus dem Jahr 2015 sind Dreifachkombinationen möglich. Basis der Therapie sind und bleiben Allgemeinmaßnahmen, bei Bedarf nach Möglichkeit plus Metformin.

Wird das individuelle HbA1c-Ziel nicht erreicht, setzen Ärzte zwei per­orale Arzneistoffe ein. Bleibt auch dann der Erfolg aus, sei – entgegen früherer Empfehlung – eine orale Dreifachtherapie denkbar, sagte der Oberarzt. Metformin werde kombiniert mit zwei Wirkstoffen aus den Gruppen der Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione (Glitazone), DDP-4-Inhibitoren (Gliptine) und SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozine). Auch die perorale Zweierkombination mit einem zu injizierenden GLP-1-Rezeptor­agonisten, zum Beispiel Exenatide, sei möglich.

 

Nach Ansicht des Diabetologen werden SGLT-2-Inhibitoren wie Empagliflozin an Bedeutung gewinnen. In Entwicklung seien neue Wirkstoffe, die den Natrium-Glucose-Transporter vom Typ 1 und 2 inhibieren. Ebenso werde es neue GLP-1-Agonisten geben, die nur noch einmal monatlich gespritzt werden.

 

Die neuen Kombinationen könnten Insulin nicht verdrängen, aber dessen Einsatz hinauszögern. Neue lang wirksame Basalinsulin-Analoga wie Insulin glargin U300, das 300 Einheiten pro ml enthält, führten zu konstanteren Insulinspiegeln und lösten weniger Hypoglykämien aus als Insulin glargin U100 oder NPH-Insuline. »Das ist vor allem günstig, wenn Patienten im Rahmen einer basal unterstützten oralen Therapie ein lang wirksames Insulin spritzen«, so Siegmund. Humaninsuline kämen dagegen immer weniger zum Einsatz. /

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