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Arzneimittel

Die Kosten der Unterversorgung

08.04.2008
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Arzneimittel

Die Kosten der Unterversorgung

Von Uta Grossmann

 

Die Unterversorgung von Patienten mit Arzneimitteln ist nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Die daraus resultierenden Kosten gehen in die Milliarden, warnt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA).

 

Im Auftrag des VFA hat das Institut für Empirische Gesundheitsökonomie vorhandenes Datenmaterial über die Kosten der Unterversorgung mit Arzneimitteln in Deutschland ausgewertet. Institutsleiter Professor Dr. Reinhard Rychlik und VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer stellten die Ergebnisse am Dienstag in Berlin vor. Exemplarisch wurden die Kosten für fünf Erkrankungen analysiert: Depression, Hepatitis C, Osteoporose, rheumatoide Arthritis und Schizophrenie.

 

Dabei kam heraus, dass zum Beispiel bei Osteoporose der Grad der Unterversorgung bei 51 Prozent liegt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren entstehen dadurch Kosten von rund 3,6 Milliarden Euro, etwa durch Frakturen und deren Folgen bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Eine leitliniengerechte Versorgung hätte in derselben Zeit circa 2,5 Milliarden Euro gekostet.

 

Cornelia Yzer kritisierte den »Verschiebebahnhof zwischen eingesparten Akutbehandlungskosten und erhöhten Spätfolgekosten«. Deutschland sei Schlusslicht beim Einsatz innovativer Arzneimittel.

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