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Medizinticker

19.02.2007  11:34 Uhr

Gene für Nikotinsucht

Ob Menschen von gelegentlichem Rauchen eine Abhängigkeit entwickeln oder nicht, scheint mehr von den Genen als vom Willen abzuhängen. Auf der Suche nach den genetischen Risikofaktoren analysierten Forscher um Laura Jean Bierut von der Washington University School of Medicine das Genom von 2000 Personen, die nach dem Fagerström-Test in nikotinabhängig beziehungsweise nicht abhängig eingeteilt wurden. Eine Mutation im alpha-5 nikotinisch cholinergen Rezeptor war mit einem zweifach erhöhten Risiko für eine Abhängigkeit verbunden. Eine wichtige Rolle spielten außerdem die Gene für einen GABA-Rezeptor sowie für Neurexin 1, berichten die Forscher im Fachjournal »Human Molecular Genetics« (Band 16, Seite 24 bis 35). Die Erkenntnisse sollen helfen, die Nikotinsucht künftig besser behandeln zu können. PZ

Neue Zähne aus der Retorte

Japanische Forscher haben künstliche Mäusezähne geschaffen und lebenden Tieren eingepflanzt. Die Gruppe um Takashi Tsuji von der Tokio-Universität kultivierte zunächst zwei verschiedene Zellsorten, die für die Entwicklung von Zähnen verantwortlich sind. Diese Mäusezellen spritzten sie später in Formen aus dem Protein Kollagen. In der Petrischale entwickelten sich aus den so entstandenen Keimen funktionsfähige Zähne, berichten die Forscher im Journal »Nature Methods« (DOI: 10.1038/NMETH1012). Diese Keime setzten die Forscher jungen Mäusen im frühen und späteren Entwicklungsstadium in die Kieferhöhle ein, nachdem sie vorher einen Zahn entfernt hatten. Die Implantate fügten sich problemlos ein und entwickelten sich wie normale Zähne. dpa

Notstand bei Pflegekräften

Der Berufsverband für Pflegeberufe hat mehr Fachpersonal für Heime gefordert. Missstände in Pflegeheimen seien häufig eine Folge der Überarbeitung des Personals, sagte Verbandsgeschäftsführer Franz Wagner in Berlin. Die Politik müsse für einen Personalschlüssel sorgen, der den tatsächlichen Pflegeaufwand berücksichtige. Die heute gesetzlich vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent dürfte in vielen Wohnbereichen nicht mehr ausreichen, sagte Wagner. dpa

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