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Pharmaindustrie

Berlin bangt um Bayer-Jobs

20.02.2007  14:53 Uhr

Pharmaindustrie

Berlin bangt um Bayer-Jobs

PZ  An der Spree geht die Angst um vor einem neuen personellen Aderlass: Unbestätigten Gerüchten zufolge plant der Bayer-Konzern einen Abbau von rund 1000 Stellen bei der Berliner Bayer-Schering.

 

Beim früheren Pharmakonzern Schering droht ein massiver Stellenabbau am Stammsitz des Unternehmens in Berlin. Nach Schätzungen des Betriebsrats könnten bei der heutigen Bayer-Tochter 1200 bis 1300 der derzeit 5500 Arbeitsplätze in der Hauptstadt gestrichen werden, wie der Vorsitzende Norbert Deutschmann am Montag sagte.

 

Zu den bereits angekündigten Kürzungen im Deutschland-Vertrieb werde der Abbau von weiteren 1000 Stellen in anderen Abteilungen befürchtet. Nach den Worten des Betriebsratsvorsitzenden hat der Vorstand zwar einen sozialverträglichen Abbau versprochen. Angesichts der neuen Größenordnung sei auch dies nicht mehr gesichert, sagte Deutschmann. Die Stimmung in der Belegschaft sei angespannt.

 

Der Bayer-Sprecher verwies auf den Sprecher von Bayer Schering Pharma, Oliver Renner. Dieser hatte erklärt, das Unternehmen werde Zahlen erst bekannt geben, wenn die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zu Ende geführt seien. «Wir gehen davon aus, dass dies noch im ersten Quartal 2007 erfolgen wird.«

 

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) sagte, die Zahlen seien ungesichert und zeigten lediglich, wie schwierig die Verhandlungen über die Zukunft von Schering seien. Ihm sei vom Vorstand zugesichert worden, dass die Unternehmenszentrale in Berlin bleibe. Demnach würden die Forschungsaktivitäten in Berlin und Wuppertal konzentriert und damit auch der Standort Berlin gestärkt, sagte Wolf im Inforadio vom RBB.

 

Der Leverkusener Bayer-Konzern hatte die Berliner Schering AG im vergangenen Jahr übernommen und anschließend konzernweit den Wegfall von etwa 6000 Stellen angekündigt, eines Zehntels aller Mitarbeiter. Der Berliner Betriebsrat hatte die Streichung von 500 Stellen in der Hauptstadt im Vorfeld als Schmerzgrenze bezeichnet. Bayer will die Berliner Belegschaft laut »Tagesspiegel« am 2. März offiziell über die Pläne informieren.

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