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Fälschungen

Neue Erkenntnisse aus Italien

11.02.2015
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Von Stephanie Schersch / Der Skandal um gefälschte Arzneimittel aus Italien ist offenbar noch nicht ausgestanden. Anhand von Rechnungen seien weitere 390 illegale Transaktionen aufgedeckt worden, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergangene Woche unter Berufung auf die italienische Zulassungsbehörde AIFA mit.

 

Dabei seien die Geschäfte zum Teil erneut über verschiedene Zwischenhändler abgewickelt worden. Die neuen Erkenntnisse betreffen einem BfArM-Sprecher zufolge allerdings ausschließlich Arzneimittel und Chargen, die bereits zuvor Gegenstand der Ermittlungen waren. An der Situation in Deutschland ändert sich damit grundlegend nichts.

Die Affäre zieht sich bereits über mehrere Monate. Im April 2014 hatte es die ersten Meldungen über Fälschungen aus Italien gegeben. Damals sollen Kriminelle Parenteralia gestohlen, gefälscht und erneut in Verkehr gebracht haben. Schnell wurde deutlich, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelte. Laut AIFA sind insgesamt mehr als 80 Präparate betroffen. Sie sollen über Zwischenhändler vor allem bei Importeuren in Deutschland gelandet sein. Die Behörden hatten die betroffenen Packungen umgehend zurückgerufen. Im Oktober hatte die AIFA schließlich erklärt, die Untersuchungen seien weitgehend abgeschlossen. Zudem seien parallel vertriebene Arzneimittel aus Italien legal, die nach dem 1. Juli 2014 exportiert worden seien.

 

»Im Rahmen der noch laufenden Ermittlungen in Italien können möglicherweise weitere illegale Arzneimittellieferungen identifiziert werden«, heißt es beim BfArM. Apotheker, Ärzte und Patienten sollen weiterhin auf mögliche Manipulationen von Medikamenten und deren Verpackungen achten, »da jederzeit manipulierte Arzneimittel unabhängig von der Herkunft auftauchen können«. Betroffene Präparate sollen dann über die Apotheken an die zuständige Landesbehörde gemeldet werden. /

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