Pharmazeutische Zeitung online

Bisphenol A in Babyfläschchen verboten

15.02.2011  14:34 Uhr

PZ / In Deutschland wird die Verwendung der umstrittenen Substanz Bisphenol A (BPA) zur Produktion von Babyfläschchen ab März 2011 vorsorglich verboten. Eine entsprechende Verordnung gab das Bundesverbraucherschutzministerium nun bekannt.

Die Substanz ist schon seit Längerem, vor allem wegen ihrer hormonellen Wirkung, in die Kritik geraten. Gesundheitliche Nachteile durch Bisphenol A in Lebensmitteln seien nach Einschätzung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde nicht zu befürchten, meldet das Ministerium. Die Mengen an Bisphenol A, die von der Bevölkerung in Deutschland mit der Nahrung aufgenommen werden, liegen in allen Altersgruppen deutlich unter dem festgelegten Grenzwert.

Da jedoch noch nicht alle Fragen zu Bisphenol A abschlie­ßend wissenschaftlich geklärt sind, hat die EU-Kommission vorsorglich die Verwendung dieses Stoffes in einer Richtlinie eingeschränkt. In Deutschland wird ab März verboten sein, die Substanz bei der Herstellung von Babyfläschchen zu verwenden. Für bereits hergestellte Artikel wird eine Über­gangsfrist von drei Monaten eingeräumt. Ab dem 1. Juni darf in Deutschland kein Babyfläschchen mehr verkauft werden, bei dessen Herstellung Bisphenol A verwendet wurde. Zahlreiche Babyartikel-Hersteller haben bereits freiwillig auf den Einsatz von Bisphenol A verzichtet und dies auf ihren Produkten entsprechend gekennzeichnet (zum Beispiel durch »bpa-frei«, »bpa free«). Glasflaschen sind grundsätzlich frei von Bisphenol A.

 

Die Substanz wird unter anderem für die Produktion bestim­mter Kunststoffe (Polycarbonate) verwendet. Sie ist vielen Alltagsgegenständen vorhanden: in der Innenbeschichtung von Konservendosen, in DVDs, Thermopapier, Lebens­mit­tel­verpackungen und eben Babyflaschen. Anlass zur Sorge besteht bei der Chemikalie wegen ihrer estrogenartigen Wirkung. Sie ist zwar weniger potent als das natürliche Sexualhormon, stört aber nachweislich bei einigen Organismen die Fortpflanzung und die Ausbildung der Fortpflanzungsorgane. /

Mehr von Avoxa