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Arzneimittel

Kassenausgaben leicht gestiegen

05.02.2014  11:21 Uhr

Von Ev Tebroke / Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind 2013 den Prognosen entsprechend leicht gestiegen. Gleichzeitig stiegen aber auch die Einsparungen durch die Rabattverträge.

Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) wuchsen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro an (2012: 27,6 Milliarden). GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung waren in ihren Rahmenvorgaben für 2013 von einem Anstieg von 3,6 Prozent ausgegangen. Hauptursache für den Anstieg ist laut DAV der Zuwachs an verordneten Arzneimittelpackungen um 2,9 Prozentpunkte. 0,9 Prozentpunkte der Steigerung resultierten zudem aus der Anpassung des Fixhonorars für Apotheker und 0,4 Prozentpunkte aus der neuen Pauschale für geleistete Notdienste.

 

Trotz des leichten Zuwachses an verordneten Arzneimitteln wurden 2013 weniger Rabatt­ver­träge umgesetzt als im Jahr zuvor. So wurden im generikafähigen GKV-Markt mit 226 Millionen Packungen rund 59 Prozent aller Arzneimittel rabattiert abgegeben – und damit fünf Prozent weniger als 2012. Diese Absenkung resultiert laut IMS Health vor allem aus der Abschaffung der Portfolio-Verträge zum April 2013 und der Umstellung auf Verträge mit einzelnen Wirkstoffen. Seitdem sind Substanzen, die nicht so häufig verschrieben werden, sogenannte kleine Substanzen, nicht mehr automatisch rabattgeregelt. Hier ist die Umsetzungsquote gesunken. Gleichzeitig erhöhten sich durch die Wirkstoffverträge aber die Umsetzungsquoten bei sogenannten großen Substanzen. Das sind laut IMS Health Wirkstoffe, die häufig verschrieben werden wie beispielsweise Ibuprofen oder Pantoprazole. Auch können die Kassen über diese wirkstoffbezogenen Verträge höhere Rabatte erzielen.

 

Dementsprechend sparten die Kassen auch 2013 durch die Rabattverträge mit den pharma­zeutischen Herstellern wieder viel Geld. Nach Angaben des Bundesgesund­heits­mi­nis­teriums belief sich die Ausgabenersparnis in den ersten drei Quartalen 2013 auf 2,1 Milliarden Euro. Die Erstattungsbeträge eingerechnet stieg die Rabattsumme im GKV-Markt demnach um 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt prognostiziert der Informationsdienstleister IMS Health für das vergangene Jahr mehr als 2,5 Milliarden Euro Einsparungen aus Rabattverträgen. 2012 waren es 2,3 Milliarden Euro gewesen. /

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