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AMD

Knochenmaterial als Ausgangspunkt

28.01.2015  10:58 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Winzige Kügelchen von Hydroxylapatit könnten den Kristallisationskern für die Ablagerungen in der Retina darstellen, die für die trockene Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) verantwortlich sind.

 

Darauf weist die Arbeit von Forschern um Professor Dr. Richard Thompson von der University of Maryland School of Medicine hin, die ihre Ergebnisse jetzt im Fachjournal »PNAS« veröffentlichten (DOI: 10.1073/pnas. 1413347112). 

 

Die AMD ist in Industriestaaten die häufigste Erblindungsursache. Charakteristisch für die trockene Form der Erkrankung sind Ablagerungen von Protein- und Lipidresten in der Netzhaut, sogenannte Drusen, die deren Versorgung stören und nach und nach zum Sehverlust führen.

 

Das Team um Thompson untersuchte post mortem Netzhaut-Proben von insgesamt 30 Personen im Alter von 43 bis 96 Jahren, von denen einzelne bereits AMD entwickelt hatten. Mithilfe von Fluoreszenz-Mikroskopie und Röntgenbeugung konnten die Wissenschaftler winzige hohle Kügelchen aus mineralisiertem Calcium-Phosphat (Hydroxyl­apatit, HAP) nachweisen – der Stoff, aus dem Knochen und Zähne gebildet werden. Die Partikel wiesen einen Durchmesser von 0,5 bis 20 µm auf und befanden sich in der Bruch-Membran, der Abgrenzung des retinalen Pigmentepithels von der Aderhaut. Mit HAP-selektiver Anfärbung konnten die Forscher zeigen, dass die Drusen zahlreiche HAP-Partikel enthielten. Sie gehen davon aus, dass die Kügelchen eine Art Kristallisationskern darstellen, um den herum sich Proteine und Lipide ablagern.

 

»Das ist ein neuer Erklärungsansatz, wie es zur Drusenbildung kommt«, sagte Thompson in einer Pressemitteilung. Als Nächstes will das Team untersuchen, inwieweit die Hydroxylapatit-Partikel als frühes Warnsignal zur Diagnose von AMD verwendet werden können. Zudem hoffen die Forscher auf neue therapeutische Möglichkeiten durch ihre Ergebnisse. /

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