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Baden-Württemberg

»Pille danach« ohne Rezept

22.01.2013  19:17 Uhr

Von Anna Hohle / Der baden-württembergische Landtag hat sich dafür ausgesprochen, die »Pille danach« von der Verschreibungspflicht zu befreien. In einem Antrag forderte er die rot-grüne Landesregierung auf, in allen Bundesländern »für eine Aufhebung der Verschreibungspflicht zu werben und im Anschluss eine entsprechende Bundesratsinitiative einzubringen«.

 

Die »Pille danach« sei umso verlässlicher, je früher nach dem Geschlechtsverkehr sie eingenommen werde, heißt es im Antrag. Weite Wege und lange Wartezeiten beim Arzt insbesondere nachts und am Wochenende stünden einer frühen Einnahme jedoch im Weg. Aus diesem Grund würden Frauen in den grenznahen Regionen von Baden-Württemberg das Mittel häufig in französischen oder schweizerischen Apotheken erwerben: In beiden Ländern ist das Notfallkontrazeptivum rezeptfrei erhältlich.

 

Einen ähnlichen Antrag hatte im Oktober bereits die SPD-Fraktion im Bundestag gestellt. Darin hieß es, die »Pille danach« müsse rezeptfrei und Apotheker sollten zu einer Beratung bei der Abgabe verpflichtet werden. Auch der Antrag aus Baden-Württemberg bezieht sich auf die Apotheker. Diese müssten befragt werden, ob sie bei einer rezeptfreien Abgabe der Notfallpille »eine umfassende Beratung zur Anwendung des Präparats wie auch zur Kontraindikation« leisten könnten, heißt es dort.

 

Der Antrag der SPD wird in den kommenden Wochen im Gesundheitsausschuss des Bundestags verhandelt. Auch die Fraktion Die Linke forderte in der vergangenen Woche in einem Antrag Rezeptfreiheit für die »Pille danach«. /

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